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Veganer rüsten auf. Mahler meint am 5.9.2018

160203_Mahlermeint_bannerIm neuen Roman von Juli Zeh ist es düster. Schon in naher Zukunft. In der Zeit nach dem Rücktritt von Angela Merkel werden in einer psychoanalytischen Praxis Selbstmordkandidaten zu Selbstmordattentätern ausgebildet. Diese tickenden Zeitbomben werden an extreme Gruppierungen jeder Couleur vermittelt. Auch an militante Tier- und Naturschützer. „Leere Herzen“ ist Juli Zehs schlechtester Roman, der ihrem besten „Unterleuten“ folgt. Der Plot von „Leere Herzen“ ist allerdings so weit hergeholt nicht. In Frankreich ist der Krieg zwischen Tierschützern und Metzgern in vollem Gange. Tote gibt es auch schon. Nachdem bei einem Anschlag auf einen Supermarkt in Carcassonne ein Metzger getötet wurde, twitterte eine militante Veganerin der Metzger hätte seine gerechte Strafe bekommen, da er sich selbst wie ein Mörder verhalte. Der politische, ethische und gesellschaftliche Diskurs geht vor die Hunde. Meinungen werden – siehe Hamburg und Chemnitz – nur noch radikal vertreten. Notfalls mit Gewalt. Demokratie ist langweilig, die Auseinandersetzung mit Argumenten mühsam. Eine Minderheit versucht einer Mehrheit die rechten Werte aufzudrücken. Nun ist das Muster uralt. Man denke nur an die Zeiten der RAF. Was erschreckt ist die Tatsache, dass die Verrohung und Kriminalisierung in der Mitte der Bevölkerung angekommen ist. Genau das beschreibt „Leere Herzen“. So gesehen ist der Roman von beklemmender Aktualität. Wo bitte geht’s zum Abgrund? „Full Hands and Empty Hearts in a suicide World“ zieht sich durch die Story. Könnte der Sommerhit des Jahres 2022 werden.

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