Unvereinigte Staaten von Europa. Mahler meint am 27.5.2019

160203_Mahlermeint_bannerSind wir gestern den Vereinigten Staaten von Europa nähergekommen? Ja. Die Europäer sind sich in einer Frage weitgehend einig: Wenn wir die Überlebensfragen der Menschheit jetzt nicht entschlossen anpacken, ist es zu spät. Meinen vor allem die jungen Wähler. Und wählen grün, stellen soziale und wirtschaftspolitische Fragen hintenan. Das ist allerdings kein europäisches, sondern eher ein globales Thema. Sind wir gestern den Vereinigten Staaten von Europa nähergekommen? Nein. Die Nationalisten haben nicht nur in ihren Stammländern Polen und Ungarn gepunktet, auch Österreich hat sich nicht wirklich abgewendet von den braunen Hetzern. Das “Jetzt erst recht“ als Trotzreaktion auf das Ibiza-Video hat Wirkung gezeigt. Und, viel Schlimmer, Frankreich hat mit einer Mehrheit für Marine LePen nicht nur Macron, sondern auch Europa abgewählt. In England hat der Anti-Europäer Nigel Farage die Wahl gewonnen, in Italien der Rechte Salvini. Also: Nationalstaatlichkeit schlägt Europa. Sind wir gestern den Vereinigten Staaten von Europa nähergekommen? Nein. Denn nicht nur in Deutschland verliert die internationale Solidarität an Boden. Linke und Sozialdemokraten werden weiter abgestraft. Motor der Einigung waren aber von jeher Gewerkschaften und Arbeiter. Übrig bleibt ein trotziges „Europa muss sich einig sein, um den Wirtschaftssupermächten China und USA die Stirn bieten zu können.“ Und das reicht nicht, um gegen nationalstaatliche Interessen anstinken zu können. Fazit: Die Umweltbewegung hat die Wahl gewonnen, die Flüchtlinge haben sie verloren. Ein bitterer Sieg – und die Vereinigten Staaten von Europa sind in weiter Ferne.

Unvereinigte Staaten von Europa. Mahler meint am 27.5.2019
Unvereinigte Staaten von Europa. Mahler meint am 27.5.2019 bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...