Unschuldiges Erwachen.

„Eines Morgens erwachte ich, ein lebhafter Knabe von vielleicht 10 Jahren, mit einem ganz ungewöhnlich holden und tiefen Gefühl von Freude und Wohlsein, das mich wie eine innere Sonne durchstrahlte, so, als sei jetzt eben, in diesem Augenblick des Erwachens aus einem guten Knabenschlaf, etwas Neues und Wunderbares geschehen, als sei meine ganze klein-große Knabenwelt in einen neuen und höheren Zustand, in ein neues Licht und Klima einge-treten, als habe das ganze Leben erst jetzt, an diesem frühen Morgen, seinen vollen Wert und Sinn bekommen. Ich wusste nichts von gestern noch von morgen, ich war von einem glück-haften Heute umfangen und sanft umspült. Es tat wohl und wurde von Sinnen und Seele ohne Neugierde und ohne Rechenschaft gekostet, es durchrann mich und schmeckte herrlich.“

Manchmal sehne ich mich zurück in diesen glückseligen Zustand des Kindes, den Hermann Hesse beschreibt. Die Bibel meint dazu im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth: „Schau hin, jetzt ist die Zeit der Gnade. Schau hin, heute ist der Tag des Heils“.

Carpe Diem – dieses Hinschauen soll noch vor dem Blick in die Zeitung stattfinden.

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