Und sie fanden keine Raum in der Herberge

Mahler meint am 03.09.15.
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10 Minuten der Tagesschau gehen jeden Abend drauf für die Berichterstattung über die Flüchtlingskrise. Ein Brennpunkt jagt den Anderen, gestern Abend wieder einmal was nun, Herr De Meziere? Und wir sitzen da, schieben uns aus Verlegenheit Chips in den Mund und sind ratlos. Die meisten Bundesbürger wollen helfen, sind auch bereit, persönliche Opfer zu bringen, etwas von ihrem Überfluss abzugeben. Aber wie macht man das, ohne alles falsch zu machen?
Spendenaufrufe nach jeder Berichterstattung, nach jeder Sondersendung. Spenden ja – aber wofür? Für die Unterbringung der Flüchtlinge in Deutschland? Quatsch. Der Bund und die Länder haben genug Geld für diese Aufgabe. Die Konjunktur brummt, die Steuereinnahmen sprudeln – und das ist eine hoheitliche im Grundgesetz verankerte Aufgabe, für die wir ohnehin schon Kohle abdrücken.
Für die Seenotrettung im Mittelmeer? Quatsch, das ist eine gesamteuropäische Aufgabe, da können Gelder aus Brüssel, oft genug völlig sinnfrei eingesetzt, helfen.
Also wo – und wo sinnvoll? Hilfe in den Herkunftsländern – das ist sinnvoll aber auch nur, wenn sie von den entsprechenden politischen Maßnahmen begleitet sind.
Hilfe am Münchner Hauptbahnhof – ja! Willkommen heißen, Lebensmittel, saubere Kleidung, Handystrom – das alles ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe für Menschen, die seit Tagen, Wochen Monaten nur Horror, Hunger und Ablehnung erfahren haben. Und Ausbeutung durch skrupellose Schlepper. Und dann: ja, öffnen wir unsre Häuser, wo immer das geht. Viele von uns haben Wohnraum im Überfluss. Zumal dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Warum nicht den Familienbegriff neu definieren? Aber vorher Angst und Vorurteile abbauen – durch Begegnung.
 
 

Und sie fanden keine Raum in der Herberge
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