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Trainerwechsel helfen nicht. Mahler meint am 3.6.2019

160203_Mahlermeint_bannerDer hektische Wechsel von Fußballtrainern zeigt nur eins: Ratlosigkeit darüber, dass das ganze Spielsystem nicht mehr funktioniert. Oder das Vereinsgefüge vom Vorstand bis zum Platzwart. In der Politik ist das ganz ähnlich. In der gelebten Demokratie genügt es nicht mehr, eine Lichtgestalt vorne hinzustellen und der Laden läuft. Das geht nur in Diktaturen mit leichtem demokratischem Schutzanstrich. Beispiel gefällig? USA, Ungarn, Türkei. Die leben von Namen. Alle anderen leben von Themen, von Programmen, von Werten. Das musste Andrea Nahles, mit robustem Mandat ausgestattet, um die Sozialdemokratie zu retten, jetzt auch einsehen. Sie kann das ebenso wenig wie ein Christian Lindner die Liberalen retten kann. Wenn nun einer meint, Angela Merkel sei das Gegenbeispiel, dann kann ich nur sagen: war. Merkel bereitet ihren Abgang vor. Dass bei den jungen Wählern auch die CDU/CSU bei der Europawahl abgeschmiert ist, zeigt nur eins: Mit Köpfen gewinnt man keine Wahlen mehr. Sondern mit Programmen, die die drängenden globalen Überlebensthemen mutig anpacken. Aus Gewohnheit oder weil‘s ja mal so gut funktioniert hat, wählt heute kein Junger mehr eine sogenannte Volkspartei. Und: die Rechte wird weiter verlieren, weil sie immer noch auf Köpfe setzt. Die sie offensichtlich nicht hat, wenn ich mir die Meuthens, Gaulands und Weidels so anschaue. So gesehen ist Andrea Nahles das nächste Bauernopfer eine Old-School Politik, die immer noch auf Namen setzt statt auf Themen und Inhalte. Obwohl sie ja angeblich alle schon immer grün waren. Dumm nur, dass es keiner gemerkt hat.

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