The Opinion from the CEO of Commentary on Broadcasting Station Radio Paradiso. 27.06.2019

160203_Mahlermeint_bannerIch merke es in unserem Freundeskreis. Ich kann nicht mehr mitreden. Weil ich nicht in einer Global Company unterwegs bin. Obwohl ich meine, leidlich gut Englisch zu sprechen. Also vielleicht eine Spur besser als Günther Oettinger, der schwänglisch radebrechende EU-Kommissar. Der meinte schon vor Jahren: „Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und Freizeit.“ Und dabei hat er noch gar nichts von der aufbrandenden Renaissance der Dialekte gesagt. Und – siehe Renaissance – vollkommen vergessen, dass Französisch unsere Alltagssprache immer noch kräftig durchsetzt – siehe Portemonnaie, Boulevard und Trottoir. Aber jetzt: alles auf Globalisierung. Dafür gibt es jetzt ein Berufsbildungsmodernisierungsgesetz. Das glücklicherweise noch keinen englischen Namen trägt. Das aber meinen Freundinnen und Freunden aus den Global Companys  Bosch, Daimler und Porsche enorm entgegenkommt. Jetzt soll der gute alte Begriff „Meister“ aus dem heiteren Berufe-raten verschwinden. Stattdessen soll es in Zukunft nach dem Willen des Gesetzgebers „Junior Professionals“ geben. Die Chief Executive Officers der Kammern jammern: Dann wenigstens Bachelor Professionals statt Juniors – was sich nach Anfänger anhört. Ich weiß jetzt wenigstens, was sich hinter den CEOs verbirgt, die meine Freundinnen und Freunde in jedem zweiten Satz im Munde führen: Chef ausführende Offiziere. Klingt natürlich Banane. Ebenso wie Bestatter, Hausmeister oder Fensterputzer. Funeral Master, Facility Manager und Vision Clearing Engineer klingt doch gleich ganz anders, oder? Was die Lage am Arbeitsmarkt aber nicht besser macht: Diese Jobs will keiner mehr machen. Ich vermute mal, dass unsere Pop-Musik deshalb fast ausschließlich englisch ist, weil wir die Banalität der Texte nicht in voller Breitseite ertragen müssen. Und vielleicht ist Günther Oettinger auf dem richtigen Weg: Wir machen eine Mixtur aus Deutsch, Englisch und Dialekt. Er sagte: „Ich bin nicht happy, aber glücklich.“ Und: „In my Homeland Baden-Württemberg we are all sitting in one boat.”

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