Superfood.

Der Handel mit Avocados boomt. 1 Kilo pro Kopf werden in Deutschland im Jahr verzehrt, in Frankreich das doppelte. Kein Wunder: Ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Aminosäuren machen die Avocado zum Superfood. Gar nicht super sind die Auswirkungen auf die Umwelt in den Anbaugebieten Mexico, Chile und Peru. Avocadobäume brauchen extrem viel Wasser. Ein Kilo Avocados verbraucht 1.000-2.000 Liter Wasser. Das bringt in den Ländern Mittel- und Südamerikas extreme Probleme mit sich. Flüsse und Seen, aber auch das Grundwasser wird von den großen Konzernen angezapft. Wassermangel ist die Folge – viele Kleinbauern müssen aufgeben, weil ihnen das Wasser von den Großbetrieben weggenommen wird. Und die Farmen wachsen weiter – weil die Nachfrage weltweit so groß ist. Und auch die CO2 Bi-lanz ist durch die langen Transportwege von Mittelamerika nach Europa miserabel. Da die Früchte unterwegs gekühlt werden müssen, kommen weitere CO2 Emissionen dazu.

Wie bei manch anderen Importen aus den armen Ländern des Südens frage ich mich, wie wir es verantworten können, durch unser Konsumverhalten Konzerne reich, die Landbevölke-rung arm und die Umwelt kaputt zu machen. Zumal es hierzulande jede Menge Superfood gibt – Äpfel zum Beispiel, gesund, regional und saisonal. Die großen Konzerne verdienen sich eine goldene Nase auf Kosten der einheimischen Bevölkerung und der Umwelt. Wenn wir wirklich für soziale Gerechtigkeit und für den Stopp der Erderwärmung eintreten wollen, dann müssen Avocados aus Mittel- und Südamerika für uns tabu sein. Und manches andere auch. Nachdenken, handeln und ggf. verzichten. Wir Verbraucher haben es in der Hand.

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