Stockschläge gegen die Freiheit

Mahler meint am 16.01.2015
 
 
[display_podcast] Wir dürfen trotz der dramatischen Vorfälle in Frankreich und in Belgien nicht vergessen, dass anderswo auf der Welt schreckliches geschieht. So zum Beispiel in Nigeria, wo Boko Haram hunderte von Menschen ermordet und ganze Städte niederbrennt. Oder im „Befreundeten“ Saudi Arabien, das wir mit Waffen beliefern und das ein wichtiger Partner für die westliche Welt im Kampf gegen den Terror ist. Der Saudi Raif Badrotz ist ein liberaler Blogger und Vater dreier Mädchen. Er wurde am vergangenen Freitagnachmittag 50 Mal mit einem Holzstock geschlagen. Es ist die erste Folter, viel mehr wird folgen: Ein Gericht hat ihn im Mai 2014 zu insgesamt 1000 Schlägen verurteilt. Jeden Freitag – also auch heute wieder – soll der Blogger nun 50 Schläge erhalten, 20 Wochen lang.
Sein Vergehen: Raif Badawi hatte 2008 die Webseite „Freie saudische Liberale“ gegründet. Sie sollte eine Plattform sein, um offene Debatten über Religion und Politik in dem streng islamischen Land führen zu können.
Dort schrieb er unter anderem, dass Muslime, Christen, Juden und Atheisten „gleichwertig“ seien. Ein Satz, der ihm zum Verhängnis wurde.
Im Mai 2012 wurde der 30-jährige Aktivist verhaftet, seine Webseite vom Netz genommen. Die Anklage: „Beleidigung des Islam“.
In erster Instanz hatte ihn ein saudischer Kleriker sogar wegen „Abfalls vom Glauben“ angeklagt. Erst als er dreimal das islamische Glaubensbekenntnis aufsagte und somit bewies, Moslem zu sein, kam die vorgesehene Todesstrafe vom Tisch.
Wenn Sie gegen diese Barbarei protestieren wollen, schreiben Sie eine Protestmail an den saudischen Herrscher König Abdullah bin Abdul Aziz Al Saud. Die Adresse finden Sie auf der Homepage von Amnesty International unter „Urgent Action“.
 
 

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