Sorge Dich nicht!

Ich kann es nicht mehr hören und nicht mehr sehen! Meine Frau ist richtig laut geworden beim Nachrichten schauen. Und eine Therapeutin meint: Nehmen Sie um Gottes Willen nicht alles auf, was ihnen in den Nachrichten begegnet. Sonst nimmt die Sorge überhand. Sorge sie sich nicht! Das klingt in den Tagen der Bedrohung durch das Corona-Virus wie ein Hohn. Und doch: es ist überlebensnotwendig, den Ängsten und Sorgen, die uns zu verschlingen drohen, etwas entgegenzusetzen.

Ich gebe zu: Mich hat die Sorge, mich haben die Zukunftsängste gerade auch fest im Griff. Mir ist wieder ein Spruch begegnet, der Martin Luther zugeschrieben wird: „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst Du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst Du verhindern.“

Ja, lieber Martin Luther, wohl wahr. Nur: wie geht das? Ich denke, dass das ständige Kreisen um die Bedrohung unsere Zuversicht in das Leben und in positive, kreative Gedanken extrem schwächen. Es gilt es eine Strategie zu entwickeln, wie man dem Bombardement der schlech-ten, angstmachenden Nachrichten entgehen kann. Das heißt ja nicht gleich, dass man nicht mehr informiert ist. Aber das Dauerfeuer der 24/7 Meldungen durch die Medien macht uns krank, verzagt und hoffnungslos. Wir brauchen dringend Räume der Stille, der Kreativität, der Glücksmomente und der gelebten Liebe, die den Ängsten und Sorgen etwas entgegensetzen. Die Angst treibt uns immer in Räume, in denen wir uns unserer selbst nicht sicher sind. Die Stille, die Meditation, die Augenblicke gelebter Liebe und des Glücks schaffen eine Medizin, die uns hilft zu verhindern, dass die Vögel der Sorge und des Kummers Nester in unseren Haaren bauen.

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