Sonne, frische Luft und Biergarten.

Pfingsten bei prächtigem Wetter. Alles strömt nach draußen, freut sich darüber, dass Eisdielen und Biergärten wieder geöffnet haben. Auch ich bin am Pfingstmontag durch die Felder gera-delt, habe in einem schönen Städtchen mit historischem Ortskern Pause gemacht. Mehrere Cafés, Eisdielen und Restaurants waren draußen belegt – wie es in diesen Zeiten eben geht – mit Abstand. Lange Schlangen an den Eisausgaben, der Radverkehr war immens, Staus inbe-griffen. Schließlich fand ich einen schattigen Platz unter alten Bäumen und konnte mein Radler genießen.

Zum Abendessen schlendern wir zu unserem Italiener. Hier ist allerdings jede Menge Platz, der Umsatz ist überschaubar. Und das an einem Sonntagabend! Urlaubsfeeling kommt auf – fast wie letzten Herbst am Gardasee. Wir prosten uns zu. Nach dem Essen das übliche „Grappa oder Ramazotti?“ Der Wirt lächelt etwas gequält unter seiner Maske. Man sieht an seinen Augen. Es läuft schlecht, die Universität, auf dessen Campus das Lokal zu Hause ist, ist mehr oder weniger geschlossen. Aber er will durchhalten – auch wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht. Das größte Kino am Ort wird nicht wieder öffnen – ist das der Vorbote eines Sturms, der das kulturelle Leben und die Lokale wegfegt?

Ich freue mich über das tolle Wetter – aber die bangen Fragen bleiben. Den Garten muss ich jetzt schon jeden Tag wässern – und es ist erst Anfang Juni.

Das Leben genießen – das heißt wohl auch, den Ängsten Paroli bieten. Das Schöne, das uns Tag für Tag begegnet sehen und sich darüber freuen. Einen schönen Sommer wünsch ich uns allen – trotz allem.

Sonne, frische Luft und Biergarten.
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