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Sieben Wochen ohne Lügen – Der Spiegel. Mahler meint am 2. April 2019

160203_Mahlermeint_bannerSamuel 12,1–7

Gott sandte Nathan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, dass es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt’s wie eine Tochter. Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er’s nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war. Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr Gott lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat. Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! Selten wird uns Selbstgerechten so der Spiegel vorgehalten wie in dieser Geschichte von König David und seinem Ehebruch mit der schönen Bathseba. David sieht sie auf der Dachterrasse beim Bade. Er bestellt sie zu sich und schläft mit ihr. Als König kann er sich das erlauben, denkt er. Bathseba wird schwanger. David bestellt den Feldherrn Uria ein, damit er dem Ehemann das Kuckukskind unterschieben kann. Der kommt nicht, weil er im Krieg gebraucht wird. König David sorgt dafür, dass er in der Schlacht fällt. Nach dem Trauerjahr heiratet er Bathseba. Das Urteil, das er über den reichen Mann gesprochen hat, trifft ihn selbst. „Du bist der Mann“, sagt Nathan. In der Fastenzeit – wir sind mitten drin – empfiehlt es sich, einen kleinen Handspiegel einzustecken. Immer dann, wenn wir andere verurteilen wollen, sollten wir hineinsehen. Du bist der Mann. Ich bin der Mann. Gott, sei mir, sie  uns gnädig.

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