Schwules Outing im Wüstenstaat.

Eines ist klar: Die Wellen werden immer höher schlagen bis zum 20 November. Dann soll das Eröffnungsspiel der Fußball-WM in Katar steigen und die Welt sieht wieder einmal ein Sport-Großereignis, das nicht nur problematisch, sondern katastrophal ist. Eigentlich kann man da-rauf warten, dass doch noch Spielerboykotte ins Haus stehen. Und ich wünsche mir das ehrlich gesagt auch. Von Anfang an war diese WM eine Farce. Und jeden Tag kommt ein neuer Skandal dazu.

Dabei reiht sich Katar in die Schlange der verunglückten Spiele ein. Emotional waren das Sommermärchen 2006 in Deutschland, die WMs 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien die absoluten Höhepunkte. Und von nun an gings bergab. 2018 in Russland hätten die Spiele nach der Annektion der Krim niemals angepfiffen werden dürfen. Und jetzt der Supergau Katar. Olympische Spiele gabs ja auch noch – und zwar in China, in Sachen Menschenrechtsverletzungen in den Medaillenrängen. Sommerspiele 2008 und Winterspiele in diesem Jahr – ohne nennenswerte Berge und überwiegend auf Kunstschnee.

Die sportlichen Höhepunkte sind verhökert worden. Der wahre Fan wendet sich mit Grausen. Und fährt nicht nach Katar, auch hierzulande werden die Kneipen nicht voll sein.

Thomas Hitzelsberger, schwuler Ex-Nationalspieler, wünscht sich, dass sich homosexuelle Kicker in Katar outen. Um die Kataris zu provozieren. Auch nur ein schwaches Zeichen ohne Wirkung. Kein Fußballer der Welt sollte die Kickstiefel in ein Land bewegen, das Frauen unterdrückt und Homosexuelle kriminalisiert.

Wo bleibt der Anstand, meine Herren?

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