rosa und hellblau – geht gar nicht!

Wer glaubt er sei gesund, ist nur nicht genügend untersucht. Denn: Wenn man lange genug sucht, findet man immer was. Diese Erfahrung macht derzeit auch die Drogeriekette dm. Seit Jahren heimst das Unternehmen mit Sitz im badischen Karlsruhe eine Auszeichnung nach der anderen ein: die vertrauenswürdigste Marke, das beste gesellschaftliche Engagement, 1. Plätze in den Bereichen Diversity, im Preis-Leistungs-Verhältnis, beliebtester Händler, begehrtester Arbeitgeber, exzellente Kundenberatung. Das gibt’s doch nicht, dachte die Jury des Negativpreises „goldener Zaunpfahl“. Und siehe da: sie wurde fündig. Ausgerechnet im Bereich Diversität, auf den dm besonders akribisch achtet.

Die Begründung der Jury ist abenteuerlich: ein Schaumbad in hellblau, eins in Rosa – das ist absurdes Gendermarketing, befand die Jury und überreichte dm den „goldenen Zaunpfahl.“ Ich lerne daraus: Schaumbäder nur noch in grauer Verpackung, grün geht auch nicht, weil es Parteiwerbung sein könnte – und auch die Artikel für Prinzessinnen müssen künftig neutral eingefärbt sein und dürfen auch kein Glitzer mehr enthalten – absolut genderfeindlich-weiblich.

Dm erklärte, dass die beanstandeten Produkte schon lange nicht mehr im Sortiment seien. Und, so Geschäftsführerin Kerstin Erbe: „Im Dialog mit unseren Kundinnen und Kunden empfehlen wir stets, sich für das Produkt zu entscheiden, mit dem sich die Eltern und vor allem das Kind am wohlsten fühlen – unabhängig von Farben und Motiven“. Mahler meint: Gut so. Blamiert hat sich nicht dm, sondern die Geschlechterklischee-Wächter, sorry Wächter*innen.

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