Return to Sender. Mahler meint am 24.10.2019

Was macht man eigentlich, wenn man sich beim Einkaufen vertan hat? Ganz einfach: Retoure Kleber drauf und Return to Sender. Ein Haustier wird dann mal schnell vor dem Tor des Tierheims abgesetzt. Ganz so einfach ist das bei einem Adoptivkind nicht. Das musste jetzt ein Paar aus dem Kölner Raum erfahren. Ihnen war durch das Landesjugendamt ein Mädchen in einem thailändischen Kinderheim vermittelt worden. Kurzentschlossen reisten die Eltern dorthin, lernten das Mädchen kennen, das, um es vorsichtig auszudrücken, offensichtlich verhaltensgestört war. Schreine und Beißen gehörte zur Tagesordnung. Aber das Paar nahm das Mädchen trotzdem mit nach Deutschland. Wir kriegen das schon hin, dachten sie vermutlich. Aber sie haben sich offensichtlich überschätzt. Einen Monat nach der Rückkehr gaben sie entnervt auf. Danach wollten sie nicht mehr für die Lebenshaltungskosten des Kindes aufkommen. Die Gerichte sahen das anders. Für 6 Jahre sollen die gescheiterten Adoptiveltern aufkommen – es geht um 219.000 Euro. Nun ist das Schicksal des Paares und des Kindes wirklich tragisch. Wobei sich zwei Fragen aufdrängen: einmal ist es verwunderlich, dass das Paar das Mädchen trotz anfänglicher Bedenken spontan adoptiert hat – ohne Eingewöhnungszeit und einer Probezeit-Vereinbarung. Und man muss sich auch fragen, warum das Paar bereits nach vier Wochen aufgegeben hat. Vielleicht wäre mit fachlicher Hilfe einiges möglich gewesen. Trotz alledem ist es dem Paar nicht zuzumuten, mehr als 200.000 Euro für eine Fehleinschätzung zu berappen. Wie der „Kölner Stadtanzeiger“ am Dienstag berichtete, soll der Fall nun noch vor den Bundesgerichtshof gehen.

Return to Sender. Mahler meint am 24.10.2019
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