Rettet die Äpfel!

Tonnen herrlichster Äpfel, die zu Boden fallen und vergammeln, weil sie niemand pflückt? Ich habe vor Jahren meine drei Apfelbäume umgehauen, weil ich keine Lust auf verfaulte, verschrumpelte Äpfelchen auf meinem Rasen hatte. Jetzt naht Hilfe.

Besitzer, die ihre Äpfel nicht mehr ernten, weil es sich entweder finanziell nicht mehr lohnt oder sie keine Lust oder Zeit mehr haben, die die Äpfel aber lieber retten als verkommen lassen wollen, melden ihre Bestände im Berliner Umland auf der Homepage apfelschätze.de zur Ernte an. Von der Initiatorin und ihrem Helferteam werden dann alljährlich Ernteaktionen in den Berliner Schrebergärten, auf Streuobstwiesen und in alten Plantagen organisiert, die über die Homepage bekannt gegeben werden. Zu den Ernteaktionen melden sich erfahrungsgemäß vor allem pflückwillige Städter an, meistens Privatleute und Familien mit ihren Kindern, manchmal auch ganze Kitas oder Schulklassen. Den Großteil der Ernte dürfen die Retter behalten und verwenden, wie immer es ihnen beliebt, das heißt Apfelkuchen backen, zu Apfelmus verkochen, Apfelsaft daraus machen oder machen lassen – oder sie einfach lagern und nach und nach essen. Ein Teil der Ernte wird den Inhabern der Bäume als anerkennender Dank überlassen.

Rund um Berlin werden so pro Jahr rund 25 Tonnen Äpfel gerettet, eine beachtliche Menge also. Äpfel-Retten als Beitrag zur Rettung der Welt? Der Künstlerin Anja Fiedler geht es noch um mehr. “In den Beständen, die nicht mehr geerntet werden, sind besonders viele alte, sehr schmackhafte Apfelsorten, die selten geworden sind”, erklärt sie. Das Projekt solle auch helfen, diese Vielfalt zu erhalten. Zudem gehe es darum, Menschen, Natur, Stadt und Land wieder mehr zu verbinden. Tolles Projekt. Schade, dass ich meine Apfelbäume schon verfeuert habe …

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