Religiöse Berliner und die Partnersuche

partnerschaftBerlin ist die Hauptstadt der Singles. Mehr als die Hälfe der hier lebenden Menschen sind ohne Partner. Dank vergleichsweise geringer Mietkosten gestaltet sich das alleine Wohnen in der Hauptstadt relativ einfach. Die dadurch resultierende Flexibilität wird durch das reichhaltige Berliner Kultur- und Partyleben noch verstärkt.

 

Musik, Kunst, Mode oder Gastronomie bieten vielseitige Möglichkeiten zum Leute treffen und Kontakte knüpfen. Auch bei der 3. Langen Nacht der Religionen am 6. September besuchten 10.000 Menschen, also statistisch über 5.000 Singles, die Veranstaltungen in Kirchen, Synagogen und Moscheen. Doch selbst hier ist eine offen kommunizierte Religion mit der Intention der Partnerwahl eine heikle Angelegenheit.

 

Für religiöse Berliner stellt die Stadt ein besonders schwieriges Terrain dar. Einer Umfrage aus dem Jahr 2011 zufolge gehörten in Bayern 76% der Befragten einer christlichen Kirche an, in der Hauptstadt waren es nur 28%. Kaum vorstellbar, dass die damaligen Zahlern drei Jahre später deutlich anders ausfallen. Die Wahrscheinlichkeit, auf Gleichgesinnte in Sachen religiöser Überzeugungen zu treffen, ist in der Hauptstadt also eher gering – auch weil es neben der Mehrzahl an Konfessionslosen viele verschiedene Glaubensgemeinschaften gibt. Für die meisten Menschen spielen religiöse Weltansichten eine große Rolle bei der Partnerwahl, ganz gleich ob sie sie ablehnen oder nach ihnen leben. Gemischtreligiöse Ehen sind nach wie vor eine Seltenheit, selbst solche zwischen Protestanten und Katholiken. Gemeinsamer Glaube verbindet, denn es werden gleiche Werte geteilt.

 

Religion ist ein fester Bestandteil der alltäglichen Kultur. Aktionen wie die lange Nacht der Religionen zeigen, dass ein starker öffentlicher Austausch und Dialog stattfindet. Doch in einer Partnerschaft spielen die individuellen Regeln einer Glaubensrichtung eine noch dominantere Rolle. Das betrifft solch zentrale Dinge wie Essen, Heirat, Kindererziehung, Intimität und politische Ansichten. Wer hier aufgrund verschiedener religiöser Überzeugungen nicht übereinstimmt, dessen Beziehungen scheitern besonders oft. Auch wenn gegenseitiges Verständnis vorhanden ist, bleiben die eigenen Grundüberzeugungen bestehen. In zwischenmenschlichen Krisen oder moralischen Entscheidungen zeigt sich, dass verschiedene Weltanschauungen für viele Paare auf Dauer unüberbrückbare Hürden darstellen.

 

Das alles bedeutet natürlich nicht, dass es nicht auch zwischen verschiedenen Glaubenssystemen funktionieren kann. Viele Religionen haben schließlich einen gemeinsamen Ursprung und daher viele Schnittstellen in Sachen moralischer Orientierungen. Gerade im vielfältigen Berlin gibt es eine große Toleranz und Offenheit zwischen den Religionsparteien. In der Hauptstadt der Singles führt auch das Online-Dating über weit verbreitete Portale wie Parship.de dazu, dass sich entweder die passenden religiösen Gedanken zu einer Beziehung zusammenfinden. Oder dass sich hier die kommunikativen Grenzen zwischen zwei Lagern leichter überwinden lassen – auch weil weniger die Glaubensfrage, sondern der zwischenmenschliche Alltag und menschliche Emotionen eine wichtige Rolle spielen.

 

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