Reise durch die Zeit: Die Geschichte der tragbaren Uhr

tragbareuhrHätten Sie’s gedacht? Die erste Taschenuhr der Welt ist fast 600 Jahre alt! Voraussetzung war die Erfindung des Federantriebs, die es möglich machte, auf Gewichte zum Betrieb zu verzichten. Seitdem ist viel passiert: Moderne Uhren zeigen nicht nur die Zeit an, sondern sind zum Teil echte High-Tech-Geräte. Ebenso hat sich das Design tragbarer Uhren stets gewandelt und weiterentwickelt.

 

Der Nürnberger Schlossermeister Peter Heinlein entwickelte um das Jahr 1504 herum eine der ersten tragbaren Uhren der Welt. Diese wurde jedoch nicht, wie heutzutage üblich, um das Handgelenk getragen, sondern vermutlich in einem Beutel aufbewahrt. Der Grund dafür ist die Form des Gerätes, das wie eine Dose aussah und somit nur schlecht am Körper mitgeführt werden konnte. Jahre später befestigte man die Dosenuhren an Bändern und Ketten und trug sie um den Hals. Dosenuhren zeigten zunächst nur die Stundenzahl an; um 1650 herum war man bereits in der Lage, Uhren herzustellen, die in die Tasche passten. Das Uhrwerk solcher Taschenuhren wurde außerdem mit einem Minutenzeiger versehen. Bis ins 20. Jahrhundert hinein blieb die Taschenuhr die Uhr schlechthin.

 
Die erste Armbanduhr wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt. Der Schweizer Abraham Louis Breguet stellte diese Uhr 1810 her und schenkte sie keiner Geringeren als Caroline Bonaparte, der damaligen Königin von Neapel und jüngsten Schwester Napoleons. Bis zur industriellen Produktion vergingen jedoch noch viele Jahre. Ende des 19. Jahrhunderts begannen Frauen damit, ihre Taschenuhren an Bänder und Ketten zu binden und sie am Handgelenk zu befestigen. Viele Männer weigerten sich jedoch, diesem Trend nachzugehen, da er als zu feminin empfunden wurde. 1880 brachten Uhrenhersteller schließlich die ersten Armbanduhr-Serien heraus, die speziell für Herren gedacht waren.

 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts löste die Armbanduhr die Taschenuhr als gängigste Uhr ab. Bis 1923 noch wurden sowohl Taschen- als auch Armbanduhren mit einem Handaufzug betrieben, so dass der Träger seine Uhr regelmäßig manuell aufziehen musste. Im besagten Jahr erfand der Brite John Harwood die Automatikuhr, die die benötigte Kraft zum Spannen der Feder im Inneren der Uhr aus den Armbewegungen der Trägers bezog. Im Laufe der Jahre wuchs dann der Funktionsumfang der Geräte immer weiter: Stoppfunktion und Wasserdichtigkeit sind hier als wichtigste zu nennen. Dass genau diese auch heute noch eine große Rolle spielen, zeigt ein Blick auf Modelle wie den Aquaracer von TAG Heuer auf dem Uhrenportal chrono24.de.

 

In den 1970er-Jahren kamen dann die ersten digitalen Armbanduhren auf den Markt, die aufgrund ihres hohen Preises echte Prestigeobjekte waren. Zunächst konnte man die Uhrzeit per Knopfdruck nur für einen kurzen Moment ablesen, da der Stromverbrauch zu hoch war. Wenige Jahre später wurde dieses Problem durch eine Flüssigkristallanzeige (LCD) behoben. Dass auch heute noch Innovationen erscheinen, beweisen Smartwatches. Sie besitzen einen Touchscreen und diverse Funktionen, die eher an einen Computer denken lassen – Sprachsteuerung, Internetzugang und MP3-Player sind nur einige Beispiele. Dennoch bleibt die Smartwatch dem Grundgedanken der Armbanduhr treu: Sie sieht aus wie eine Uhr, wird am Handgelenk platziert, und das Ablesen der Uhrzeit ist auf einen Blick möglich. Gut möglich also, dass sich dieser neue Uhren-Trend durchsetzt.

 

Bildrechte: Flickr watch WayTru CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

 

 

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