Radeln – der neue Volkssport.

Die Fahrradläden sind die Gewinner der Krise. Sie werden geradezu gestürmt. Monatelange Wartezeiten für Service- und Reparaturtermine, viele Modelle sind ausverkauft.

Die Straßen werden voller – und die Unfälle mit Radler-Beteiligung nehmen zu. Rücksichtslose Autofahrer, sagen die Radfahrer. Radfahrer, die sich an keine Regeln halten, schimpfen die Autofahrer. Fußgänger fühlen sich bedroht von Pedaleuren, die mit hoher Geschwindigkeit über Straßen und Wege fliegen.

50% der Unfälle in der Kombination Auto-Fahrrad sind sogenannte Dooring-Crashs. Autofah-rer reißt die Tür auf, Radfahrerin knallt dagegen. Schwere, manchmal gar tödliche Verletzun-gen sind die Folge.

Es ist ja erfreulich, dass viele den Spaß an der Fortbewegung an der frischen Luft mittels Zwei-rad wiederentdeckt haben. Oft begeben sich Neulinge oder Neuanfänger aber in den dichten Stadtverkehr, ohne sich vorher mit den schnellen Pedelecs oder den Verkehrsregeln vertraut gemacht zu haben. Eine aufmerksame Paradiso-Hörerin schlägt vor, dass sie zum Verkehrsun-terricht verpflichtet werden sollten. Das könnte helfen. Anhalten auf Radwegen – ein No go. Radeln ohne Helm – hier muss dringend eine Helmpflicht her. Bei Rot über die Ampel – das ist auch für Radfahrer eine Ordnungswidrigkeit. Man kann gesetzlich vieles regeln. Man kann auch die Innenstädte so gestalten, dass Anwohner, Paketdienste und gewerbetreibende die Chance haben, ihre Waren verladen zu können, obwohl es da auch Radwege gibt. Was aber nicht verordnet werden kann: Rücksicht nehmen. Und das gilt für alle. Das ist keine Frage des Wissens, sondern des Charakters. Radfahrerinnen, Autofahrer und Fußgänger sind Partner im Verkehr, keine Feinde. Ich bin häufig genug alle Drei. Nur vergesse ich manchmal in der einen Rolle die andere. Das ist das Problem.

Radeln – der neue Volkssport.
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