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Pflege kann man nicht kaufen. Mahler meint am 18.5.2018

160203_Mahlermeint_bannerEndlich gibt es Hoffnung für den Pflegenotstand. Die Hoffnung hat zwei Namen: Jens Spahn und Andreas Westerfellhaus.

Spahn zauberte zunächst 8.000 neue Pflegefachkräfte aus dem Hut. Aus welchem Hut? fragt man sich verwundert. Das weiß der smarte Emporkömmling auch nicht. Spahn versucht, den Notstand mit einer Zahl, die er in den Ring schmeißt, zu kaschieren. Fachleute sprechen allerdings von einem Fehlbestand von mindestens 50.000 Stellen.

Spahn hat noch was im Hut: Zauberwort Akademisierung. Wir machen einfach ein Studium aus der Ausbildung. Das ist die Aufwertung! 3 Jahre Studium, Bachelor, höhere Einstiegshürden und mehr Gehalt. Die Arbeit mit den Menschen übernehmen ohnehin bald Computer oder sogenannte Servicekräfte. Und die Fachkräfte müssen nicht mehr ans Bett gehen, sondern lediglich wissen, wie man Computer und Servicekräfte programmiert und Dokumentationen in die Tastatur hackt.

Aber das Füllhorn des Herrn Spahn ist immer noch nicht leer. Geld und Pöstchen heilen alles. Also: Ein Pflegebevollmächtigter des Bundes soll’s richten. Den hat Spahn in Andreas Westerfellhaus gefunden. 61 ist der Oberpfleger der Nation, kommt also schon in gefährliche Nähe eines Pflegebedürftigen. Und der hat endlich den gordischen Knoten durchschlagen: Eine Abwrackprämie muss her. Abgewrackte, ausgebrannte und frustrierte Pflegerinnen, die vor den Arbeitsbedingungen kapituliert haben, werden mit einer Einmalzahlung von 5.000 Euro zurückgeholt.

Zynischer geht’s nicht. Herr Spahn, Herr Westerfellhaus: Wir sprechen üben Menschen. Nicht über Maschinen und Autos.

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