Patientenverfügung für Impfverweigerer?

Ich warte lange auf das abschließende Gespräch mit dem Oberarzt, der mich vorläufig aus dem Krankenhaus entlässt – bis zur nächsten Therapie. Um kurz vor 18 Uhr empfängt er mich doch noch – und ich bedaure ihn, weil ich weiß, dass er seit 8 Uhr früh ununterbrochen im OP war. „Nein, die Arbeit mit den Patienten war es nicht. Ich habe mich heute fast ausschließlich mit Covid beschäftigt“ sagt er mir.

Boris Palmer, der grüne Tübinger OB, ist ein Provokateur. Klar hat er was zu den Impfverweigerern zu sagen. „Ungeimpfte brauchen 10mal häufiger ein Intensivbett“ schreibt Palmer auf seiner Facebook-Seite. Wer sich nicht impfen lasse, spiele derzeit auch mit dem Leben anderer Menschen. „Und das ist einfach keine Privatsache mehr“, so Palmer. Ja, es stimmt: OPs wer-den abgesagt, Patienten mit anderen schweren Krankheiten werden verlegt oder zu spät behandelt. Ich könnte mit meiner schweren Erkrankung auch bald dazu zählen.

Palmer wäre nicht Palmer, hätte er nicht auch einen radikalen Vorschlag für die Uneinsichtigen auf Lager: „Liebe Impfgegner, unterschreibt eine Patientenverfügung, dass ihr auf eine Krankenhausbehandlung verzichtet. Dann können wir alle Corona-Maßnahmen aufheben. Denn für die Geimpften haben wir genug Personal und Betten.“

Und ich füge hinzu: Impfpflicht für Alle – und nicht nur für bestimmte Berufsgruppen. Warum die, die ohnehin schon die Last der Pandemie tragen noch zusätzlich bestrafen? Das wäre wirklich der Gipfel der Ungerechtigkeit. Es ist höchste Zeit für rigorose Maßnahmen – für alle. Ohne Ausnahme. Nächste Woche werde ich geboostert.

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