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Ein Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller
  • Von der Seele reden

Was hältst Du von Oma

Von der Seele reden

01.10.2026

Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.

Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Was hältst Du von Oma?

Für jede neue Generation stellt sich die Frage, wie sie mit dem Erbe und der Macht der anderen Generationen umgeht – anpassen, übernehmen, aufbegehren, neu erfinden? Letztlich wird so aus den Spannungen innerhalb und zwischen den Generationen der Zusammenhalt der Gesellschaft mitbestimmt. Was hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln?

Trotz gesamtwirtschaftlich guter Zeiten sehen 70 Prozent der Deutschen heute das Solidaritätsversprechen der Generationen als gebrochen an. Aus dem eigenen Arbeitseinkommen können mehr als die Hälfte unserer jungen Menschen kein Vermögen mehr aufbauen, noch hinterlassen ihre Eltern ein Erbe für sie. Dafür müssen sie finanziell viel mehr für die ältere Generation leisten als alle Generationen vor ihnen. Um das zu ändern, muss es erst einmal ein gerechtes Erbrecht geben, was aber mit dem Kanzler der Reichen, Friedrich Merz, nicht zu erreichen sein wird.

Der französische Starökonom Thomas Piketty hat vorgeschlagen, jeder Bürger soll mit dem Erreichen des 25. Lebensjahres ein steuerfreies Startkapital vom Staat erhalten (vorgeschlagen sind ca. 60 % des nationalen Durchschnittsvermögens, was in Ländern wie Deutschland oder Frankreich etwa 120.000 Euro entspräche). Über die Höhe des Startkapitals kann man sicher diskutieren, aber auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, schlägt ein Startkapital mit Vollendung des 18. Lebensjahres vor. Dann würden nicht nur die Kinder reicher Eltern gute Startchancen erhalten, sondern alle Kinder in Deutschland.

Vor dem Hintergrund der Krisen unserer Zeit, für die wir alle mit verantwortlich sind, denn wir praktizieren das Leben im Zuviel auf Kosten unserer Natur schon viel zu lange gemeinsam, könnte man verzweifeln. Wir stehen bei der Bewältigung des Klimawandels aber nicht am Anfang, überall – auch in der Wirtschaft – rückt das Thema Nachhaltigkeit mehr und mehr ins Zentrum des Geschehens. Überall auf der Welt führen eitle und gierige Führer Kriege, aber überall sind auch die Aggressoren Opfer ihrer Taten. Ersetzen wir unsere gefühlte Hilflosigkeit durch hoffnungsvolle Solidarität, mit denen, die es schwer getroffen hat. Wir können alle einen – wenn auch nur einen kleinen - Beitrag leisten.

Lassen Sie es mich mit Mahatma Gandhi sagen: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

Ich wünsche Ihnen eine Woche der Selbstschau, bei der auch Achtsamkeit ein wichtiger Partner sein kann.