
Mit dem Rad durch den Alltag: Wie Berlin zur Radstadt wird
02.06.2026
Berlin wandelt sich. Wo einst der Pkw regierte, gehören heute Radspuren, automatische Zählstellen und Ähnliches zum gewohnten Stadtbild. Das geschieht nicht von selbst, sondern ist Ergebnis politischer Weichenstellungen, veränderter Mobilitätsbedürfnisse und eines wachsenden Bewusstseins für die Vorteile aktiver Fortbewegung im Alltag. Für viele Berliner ist das Fahrrad längst kein Freizeitgerät mehr, sondern das verlässlichste Verkehrsmittel von der Wohnung ins Büro.
Berlin auf zwei Rädern: Was die Zahlen sagen
Das Berliner Mobilitätsgesetz verlangt, dass der Anteil des Radverkehrs bis 2030 auf 30 Prozent aller zurückgelegten Wege steigen soll. Gleichzeitig messen die Verantwortlichen ihn gegenwärtig auf etwa 18 Prozent (während die Studie zur regionalen Verkehrserhebung, SrV, sogar noch von 14,7 Prozent spricht), was dem Anstieg von 13 Prozent in 2013 einen tiefen Stollen ins Hauptschiff treibt, aber dennoch zeigt, wie viel Arbeit bis zum Zielwert noch vor den Verantwortlichen liegt.
Dank der planmäßigen Erweiterung des Radverkehrsnetzes, das bereits mehr als 1.700 Kilometer umfasst, wird es wenigstens sichtbar besser. Dies gilt insbesondere für die Radschnellverbindungen, von denen Berlin gegenwärtig zehn plant. Auf mindestens vier Meter Breite angelegt, fördern sie auch in der Hauptverkehrszeit zügiges Fahren und problemloses Überholen. Hinzu kommen mehr als 200.000 öffentliche Fahrradabstellplätze im Stadtgebiet, deren Zahl laut den Angaben der Senatsverwaltung bis 2026 weiter zunehmen soll.
Wer heute ein Fahrrad kaufen in Berlin möchte, findet ein Angebot, das sowohl in Breite als auch in Qualität mit anderen großen europäischen Fahrradstädten konkurrieren kann. Das Radhaus betreibt etwa acht Filialen in Berlin und Brandenburg, führt mehr als 100 Marken und bietet über 10.000 Modelle an, die nahezu jedes Nutzungsprofil abdecken, vom kompakten Cityrad für den täglichen Arbeitsweg bis zum vollgefederten E-Bike für ausgedehnte Touren ins Berliner Umland. Wer sich nicht sicher ist, welches Modell am besten für den eigenen Alltag geeignet ist, wird zudem in den Filialen vor Ort gut beraten, da sich Geometrie, Schaltungsabstimmung und Sitzposition am Bildschirm kaum beurteilen lassen.
Stadtrad, Trekkingrad oder E-Bike?
Die Wahl des richtigen Rades richtet sich stark nach dem realistischen Nutzungsprofil. Wer jeden Tag fünf bis zehn Kilometer durch flaches Stadtgebiet fährt, kommt mit einem anständigen Cityrad aus. Es ist leicht, wendig, in aller Regel mit Gepäckträger, Schutzblechen und integrierter Beleuchtung ausgestattet und kommt ohne unnötige Technik aus. Bei längeren Pendelstrecken oder bei Touren ins Berliner Umland schaut die Rechnung anders aus. Hier haben die E-Bikes stark an Relevanz gewonnen. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wurden in Deutschland 2023 rund 2,1 Millionen E-Bikes verkauft, der höchste Wert seit Beginn der Erhebung. Das Trekkingrad ist die beste Wahl für alle, die vielseitig sind: Es funktioniert auf der asphaltierten Stadtstraße ebenso wie auf leichtem Waldweg und ist damit für Berlin und die umliegende Seenlandschaft wie gemacht.
Worauf es beim Kauf wirklich ankommt
Rahmengröße, Schaltung, Reifenbreite, Bremsentyp. Diese vier Merkmale entscheiden im Alltag mehr als jeder Markenname oder jede hübsche Optik. Ein zu groß oder zu klein dimensionierter Rahmen führt langfristig zu Rückenproblemen, eine falsch abgestimmte Schaltung zu unnötigem Kraftaufwand am Berg. Hydraulische Scheibenbremsen sind der Standard für den Ganzjahreseinsatz, weil sie bei Nässe und Schmutz entgegen ihrer klassischen Vorgänger, den Felgenbremsen, deutlich zuverlässiger ansprechen. Bei der Reifenbreite gilt als Faustregel: Ab 40 mm wird der Fahrkomfort auf Berlins Kopfsteinpflaster und sandigen Waldwegen spürbar erhöht werden. Bei E-Bikes kommt noch die Frage der Motorposition hinzu. Mittelmotor-Systeme, z. B. von Bosch oder Shimano, gelten durch ihre natürlichere Tretunterstützung und längeren Wartungsintervalle als die bevorzugte Wahl im Alltag.
Wer ein Fahrrad nicht nur online im Konfigurator zusammenstellen, sondern auch vor Ort probefahren und sich technisch beraten lassen möchte, hat aus dem stationären Handel einen echten Mehrwert. Gerade bei der Anpassung von Sattel, Lenker und Schaltung braucht es Erfahrung und Augenmaß. Ein ortsansässiger Händler mit eigenem Werkstattbetrieb sorgt dafür, dass das Rad nicht nur beim Kauf, sondern auch nach der ersten Wintersaison noch zuverlässig läuft. Berlin hat dafür die Infrastruktur. Man muss sie nur nutzen.