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Kirche wird nach Umzug wiedereröffnet

18.09.2023

Die kleine Kirche von Jerchel im Havelland in Brandenburg ist nach ihrem Umzug aus dem ein paar Dörfer entfernten Kleinwudicke am Sonntag mit einem Festgottesdienst eröffnet worden. Die Kirche, die den Titel Fahrrad- und Kulturkirche trägt, war früher eine Friedhofskapelle im 15 Kilometer Luftlinie entfernten Kleinwudicke im Milower Land. Sie wurde Stein für Stein abgebaut und in Jerchel wiedererrichtet. «Wir haben sie in den Dienst genommen und gewidmet», sagte die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Elbe-Fläming, Ute Mertens, am Sonntag. «Die Kapelle war komplett voll mit vielen Menschen.»

Jerchel hatte schon einmal eine Kirche, größer als die jetzige. Sie wurde 1982 wegen Einsturzgefahr abgerissen - es gibt nur noch einen Glockenstuhl. Später sollte nach Angaben der Superintendentin ein Gemeindezentrum gebaut werden, weil es sonst keine beheizbaren Räume gab. Der Bürgermeister von Milower Land, Felix Menzel (SPD), hatte dann 2019 die Idee, die Friedhofskapelle in Kleinwudicke ab- und in Jerchel wieder aufzubauen. Denn die Gemeinde, der die Kapelle gehörte, konnte sie nicht sanieren.

Die Superintendentin war zunächst skeptisch: «Ich habe in dieser Kapelle gestanden und gesagt, ihr seid verrückt, das ist nicht mehr zu retten», sagte sie. Die Fachwerkkapelle stand zudem unter Denkmalschutz. Der Status wurde aberkannt, damit es möglich war, dass der Landkreis Havelland den Abriss genehmigt. Dann wurde Stein für Stein abgetragen und nach Jerchel transportiert. So viel wie möglich sollte erhalten werden. Im vergangenen Jahr war die Grundsteinlegung.

Das Projekt kostete nach Angaben des Kirchenkreises rund 425 000 Euro. Es wurde zu drei Vierteln mit EU-Mitteln gefördert, dazu kamen Lottomittel, Geld der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), des Kirchenkreises und der Kirchengemeinde sowie Spenden. Die Kirchengemeinde in Jerchel hat rund 30 Gemeindemitglieder, das Kirchspiel Nitzahn etwa 100 Mitglieder. Jerchel liegt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Es gehört zu einer Enklave der EKM in Brandenburg, der Kirchenkreis Elbe-Fläming ist größtenteils in Sachsen-Anhalt.