Ostern findet trotzdem statt.

Eigentlich braucht in diesem Jahr kein Mensch Ostern. Ferien haben die Kinder schon lange. Draußen spielen und Eier suchen – das macht nach drei Wochen mehr oder weniger Hausar-rest auch nur noch bedingt Spaß. Eine schöne Familienfeier im Garten – fällt wohl aus.

Wir bereiten uns gerade auf Ostern vor. Bei unserem Eine-Welt-Laden haben wir öko-faire Osterhasen geordert, die uns auch prompt geliefert wurden. Wir werden eine Ostergeschichte auf CD einlesen und in die Osternester packen, mit ein paar weiteren Kleinigkeiten.

Die Familien unserer Töchter leben in der Nähe, also werden wir ihnen die Osternester in den Garten stellen. Die Familie unseres Sohnes bekommt ein Paket.

Beim Packen denke ich über den Sinn des Osterfestes nach. Wir feiern den Frühling, wir feiern die Blumen – ja, eigentlich feiern wir das neu entstehende Leben. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bringt es keine Frucht“. So, wie Christus aus dem Tod aufer-standen ist, so auch wir. So auch die Natur in ihrem Kreislauf. So auch die Welt nach der Corona-Krise. Ich weiß, das klingt jetzt nach „singen im dunklen Keller“. Und doch ist es die Hoffnung, die bleibt. Dass das Leben siegt, das sagt uns die neu aufblühende Natur. Dass das Leben stärker ist als der Tod das sagt uns der Christus am Ostermorgen. Der Tod, die Gräber, das ist nicht das Ende. Sondern ein neuer Anfang. So steht an diesem Osterfest der Auferstan-dene vor mir und fragt mich: „Glaubst Du das?“ Und ich antworte mit dem Wahlspruch der Kirche für das Jahr 2020: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Ich brauche diese Zuversicht des Glaubens in diesem Jahr nötiger denn je.

Ostern findet trotzdem statt.
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