Online-Shopping boomt: Werden Lebensmittel bald nur noch online bestellt?

onlineshoppingKeine langen Schlangen an der Kasse, kein Gedränge vorm Regal und keine besetzten Umkleidekabinen – wer online bestellt, kann das bequem und stressfrei von der heimischen Couch aus tun. Mit diesen und vielen anderen Argumenten überzeugt der E-Commerce seit Jahren zahlreiche Kaufwillige. Mittlerweile werden sogar Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Gebrauchs per Mausklick gekauft. Da drängt sich zwangsläufig eine Frage auf: Stehen die Supermarkthallen schon bald leer?

 

Denn eins steht fest: der Online-Handel ist aus dem Leben nicht mehr wegzudenken und macht dem stationären Handel mächtig Konkurrenz. Selbst Händler in Spitzeneinkaufslagen vieler großer Städte bleiben davon nicht verschont. Stephan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), bestätigt, dass bereits 70 Prozent der Geschäfte rückläufige Besucherzahlen beklagen. Insbesondere vor Feiertagen wie Ostern und Weihnachten machen viele Online-Händler das Geschäft des Jahres. Amazon beispielsweise hat allein am 14. Dezember mehr als 5,4 Millionen Produkte verkauft – ein Rekordumsatz in der Geschichte des Online-Riesen.

 

Der Online-Handel bietet nicht nur Verbrauchern unzählige Möglichkeiten. Für Geschäftstüchtige, die sich selbstständig machen wollen, birgt E-Commerce besonders viel Potenzial. Denn über mangelnde Nachfrage kann sich die Branche derzeit wohl kaum beklagen – was zumindest eine Prognose für gute Umsätze zulässt. Hinzu kommt, dass man heutzutage noch nicht einmal Programmierkenntnisse benötigt, um einen eigenen Online-Shop zu erstellen. Große Hosting-Anbieter wie 1und1 stellen die Shop-Lösung bereit, was das Ganze fast schon zu einem Kinderspiel macht. Verkauft werden kann im Grunde fast alles. Denn laut Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbandes Onlinehandel (BVOH), werden selbst Waren des täglichen Gebrauchs wie Toilettenpapier oder Zahnbürsten gerne online bestellt.

 

Bei Lebensmitteln zeigt sich ein ähnliches Bild. Wer schon immer eine Abneigung gegen Großeinkauf hatte, bestellt seine Lebensmittel jetzt einfach online und lässt sie sich bequem nach Hause liefern. Könnte das schon bald für leere Supermarkthallen sorgen? Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov haben sich gerade einmal 11 Prozent der Verbraucher schon einmal von einem Online-Händler mit Lebensmitteln beliefern lassen. Gemessen am Gesamtumsatz, werden im Netz gekaufte Lebensmittel (plus Delikatessen und Wein) in diesem Jahr somit gerade einmal 1,1 Prozent betragen, schätzt das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln. Dass der virtuelle Einkaufskorb den Einkaufswagen schon bald ersetzen könnte, ist also vorerst nicht zu erwarten.

 

Bildrechte: Flickr 120303_Einkaufswageninhalt weisserstier CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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