Ohnmacht.

Mahler meint am 16.11.2015
 
Trauer, Wut und Ohnmacht. Das ist das beherrschende Gefühl an diesem Montag nach dem Terror- Wochenende von Paris. Das ganze Wochenende Sondersendungen, Brennpunkte, Diskussionen. Es scheint keine richtige Entscheidung zu geben. Mit Härte den IS wegbomben? Gleiches mit Gleichem, Auge um Auge? Das ist wenig zielführend und wird die Situation weiter eskalieren lassen. Die Berichterstattung wird abnehmen, Wir werden im Lauf der Zeit wieder zur Tagesordnung übergehen. Das war nach Charly Hebdo so, das war nach Nine-Eleven so, das war immer so. Und so müssen wir uns kleinlaut eingestehen, dass wir kein Mittel haben, um das Böse zu besiegen. Auch die unisono vorgetragenen Vorschläge der Gutmenschen, man müsse eben den jungen Menschen dieser Welt Perspektiven schaffen, man müsse der Rekrutierung von Nachwuchskräften den Boden entziehen durch eine gerechte Weltwirtschaftsordnung klingen an diesem Montag k raftlos, weil utopisch. Es ist alles gesagt. Auch, dass man den Nachschub an Waffen und Munition abschneiden müsse. Wissen wir. Aber offensichtlich kann niemand den Hass besiegen. Die blinde Wut, die Menschen dazu bringt, andere wahllos zu töten. Gestern Abend lief zum Abspann des Weltspiegels zu den Bildern aus Paris „Imagine“ von John Lennon als instrumentale Begleitmusik – ganz ohne Kommentar. Das hat meine Stimmung am besten getroffen. Die Utopie noch ganz leise festhalten. Es nicht zulassen, dass die Terroristen uns auch das noch rauben: das letzte Stückchen Hoffnung, den Traum von einer anderen Welt, den wir uns vielleicht noch bewahrt haben. Trotzdem, dennoch. Leise Töne im Herbst 2015.
 
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