Ohne Erkenntnis kommt ein Volk um.

Wir haben die Bilder im Kopf. Die Wettervorhersage sagt schlimme Überflutungen in Norditalien und im Adriaraum voraus. In Australien sin die Buschbrände so verheerend, dass bald auch die Metropole Sydney bedroht ist. Die Schlinge zieht sich immer weiter zu, die Klimakatastrophe nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Wir haben die Zahlen noch im Kopf. 7,7 Milliarden Menschen jetzt, 8,8 Milliarden in 2050, 10 Milliarden am Ende des Jahrhunderts. Jeder und jedem ist klar, dass es jetzt um einschneidende Maßnahmen gehen muss. Und was tut die deutsche Politik? Sie streitet sich um den Mindestabstand zwischen Windrädern. Die Koalitionsparteien schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Sie machen immer noch Macht-Parteipolitik und nicht Überlebenspolitik. Wen wundert es da, dass sie die Bürger – auch die aus der bürgerlichen Mitte – immer mehr den radikalen Rändern zuwenden? Die deutsche Windindustrie, die zu den leistungsfähigsten der Welt zählt, kommt langsam zum Erliegen. Enercon kündigt den Abbau von 3.000 Stellen an. Wegen eines Absatzeinbruchs im Inland. Politisch erklärtes Ziel war es, bis 2030 65% der Energie aus Windkraft zu gewinnen. Ambitioniert, aber möglich. Wenn da nicht tausend Fallstricke eingebaut wären: Lange Genehmigungsverfahren, Klage von Anrainern, Mangel an Flächen und der viel zu langsame Ausbau an Übertragungsnetzen. Und jetzt das KO-Kriterium für leistungsfähige Windparks: 1 Kilometer Abstand zwischen den Masten und Wohnhäusern. Ein Startup-Unternehmen hat gestern seine Innovation vorgestellt. Fliegt ein Vogel vorbei, steht das Windrad. Wir werden bald ganz andere Sorgen haben. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man das Ganze für Satire halten. Aber die Lacher bleiben im Hals stecken.

 

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