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Nur in Münster ist es finster. Mahler meint am 10.4.2018

Wenn eine Stadt von einem so schweren Schicksal getroffen wird wie Münster am vergangenen Samstag keimt Hoffnung auf. Hoffnung darauf, dass Menschlichkeit, Mitgefühl und kollektive Trauer doch stärker sind als Voyorismus, Häme und politischer Profit.
 
In Münster war es am Samstagabend still. Die Lokale haben geschlossen. Die Menschen trafen sich schweigend auf dem Platz oder in der Kirche.
 
Spekulationen über einen terroristischen Hintergrund verstummten schnell wieder. Einzig die AfD nutzte den Anschlag sofort zu Propagandazwecken. „Wir schaffen das“ von Beatrix von Storch war nicht nur eine Unterstellung ohne Anfangsverdacht in Richtung islamistische Terroristen sondern auch ein Schuldzuweisung für Tote und Verletzte in Richtung Kanzlerin Merkel.
 
Da ist NRW Ministerpräsient Laschet von anderer Qualität: Er würde sich wünschen, dass „diese besondere Münsteraner Erfahrung einer Friedenstadt“ auch diejenigen erreicht hätte, die „ganz schnell bei Twitter und anderswo wieder das Hetzen begonnen haben.“ Für die Opfer sei die Religion der Täter egal, sie hätten einen Menschen verloren. „Und diesen Respekt sollte man immer im Blick haben.“
 
Danke Münster. Ihr habt uns eine Lehrstunde erteilt, wie Respekt vor den Opfern geht. Nicht zuletzt im Dom. Ein Feuerwehrmann in Uniform, ein Pfadfinder und zwei muslimische Frauen mit Kopftuch in einer Reihe. Das ist Multikuli und Integration, wie ich sie mir wünsche. Nicht nur bei Trauerfeiern.
 
 
 

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