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Null Toleranz. Der Zero-Discrimination Day. Mahler meint am 01.03.2018

Die Bewegung heißt Unaid. Sie hat uns heute den Null-Diskriminierungstag beschert. Hervorgegangen ist Unaid aus der Bewegung, die sich um HIV-positive Menschen kümmert. Weil auch Schwule unter den Betroffenen sind, ist deren Diskriminierung an der Tagesordnung.

Warum nicht Anti-Diskriminierungstag sondern Zero-Discrimination? Ganz einfach: Null heißt Null. Da gibt es keinen Spielraum. Es gibt eben nicht ein klein bisschen Diskriminierung durch einen kleinen Witz oder Lächerlich-Machen durch eine Geste oder Nachäffen.

Ich bin über mich selbst erschrocken. Darüber, wie schnell ich dabei bin, im Kleinen zu diskriminieren wenn keiner da ist, der meine Political Correctness überwacht. Menschen, die mir nicht liegen, die ganz anders sind als ich, die aus einer anderen Kultur kommen oder ein anderes Lebensmodell leben, denen fühle ich mich ganz schnell überlegen. Ich sage das meist nicht – aber darauf kommt es nicht an. Es geht um Haltung. „Liebe Deinen Nächsten – er ist wie Du“ übersetzt der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber das Gebot der Selbst- und Nächstenliebe. Er ist wie Du. Er oder sie ist ebenso viel wert wie ich. Auch und gerade weil er, weil sie anders ist.

Heute, am Null-Diskriminierungstag ist viel Selbstbeobachtung und Selbstkritik angesagt. Machen sie es so wie ich: wenn sie andere dabei erwischen, sprechen sie sie an. Wenn sie sich selbst erwischen, schreiben sie es sich auf. Und üben sie. Ich mache das heute ganz bewusst. Ich möchte meine Haltung verändern. Zero Diskrimination.

 

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