Nothing to kill or die for.

Was kann die Welt bzw. die Menschheit noch retten? frage ich mich in den Chaos-Tagen im Sommer 2022. Ich glaube nicht mehr daran, dass irgendeine Regierungsform uns wirklich in die Zukunft führen kann. Auch keine Religion oder Ideologie. Nachdem ich aus Nicaragua zu-rückgekehrt bin, im Jahr 1987, wo ich mich solidarisch mit dem Volk für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz eingesetzt habe, womit wir gescheitert sind, nachdem ich so manches durch habe und reumütig zur Demokratie als der besten aller schlechten Regierungsformen zurückgekehrt bin, bin ich heute unsicherer und ratloser als je zuvor.

Demokratie – die Macht des Volkes. Wir haben schmerzlich erfahren müssen, dass die Mehr-heit eines Volkes richtig üble Entscheidungen trifft. Der nationale Egoismus macht alle Bemü-hungen um eine globale Lösung unserer Überlebensprobleme zunichte. Bündnisse wie die EU oder die NATO vertreten die Interessen einzelner Völker und sind auch nicht auf das große Ganze fokussiert. Völker, die diktatorisch geführt werden, verhelfen lediglich einer Herrscher-Kaste zum größtmöglichen Vorteil. Weder dem eigenen Volk noch der Weltgemeinschaft als Ganzer.

Bleiben die Vereinten Nationen. Aber nicht, solange einzelne Staaten Sperrminoritäten ausü-ben dürfen und die Beschlüsse offensichtlich nicht einmal für die Mitgliedsstaaten bindet sind.

Die Hoffnung bleibt, dass die Weltgemeinschaft angesichts der existentiellen Probleme des gesamten Globus sich dazu durchringt, die UN mit Macht und Mandat auszustatten. Damit sie kein zahnloser Tiger bleibt.

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