Neuer Trainer – altes Dilemma

Mahler meint am 16.02.2015
 
 
[display_podcast] Was haben Berlin und Stuttgart gemeinsam? In beiden Städten bin ich zu Hause und beide Fußballvereine stecken ganz unten drin. Der VfB ist letzter, die Hertha vorletzter. Und beide Vereine haben den Beweis erbracht, dass es grober Unfug ist zu meinen, mit einem Trainerwechsel geht’s wieder ganz leicht nach oben. Stuttgart hat in der Novemberdepression des letzten Jahres den Holländer Huub Stevens geholt – mit dem hat’s ja immerhin schon mal geklappt, erstklassig zu blieben. Die Berliner ersetzten vor zwei Wochen ihren Niederländer Joos Luhukey durch den Ungarn Pal Dardai – und der Trainereffekt hielt genau einen Spieltag – gestern gab es zu Hause eine 2:0 Niederlage gegen den Mitabstiegskandidat Freiburg. Die haben ihren Trainer noch. Das hat in Freiburg Tradition – Volker Finke ging 16 Jahre lang mit seinem SC durch dick und dünn und Christian Streich ist auch schon im vierten Jahr Trainer der Südbadener.
Was lernen wir daraus? Die Führungsriege macht es sich zu einfach wenn sie meint, einfach nur einen Sündenbock zu opfern, wenn es augenscheinlich in der Spitze und im Management nicht stimmt. Wenn man eine falsche Einkaufspolitik und grobe Fehler in der Vereinsführung vertuschen will, ist das freilich der einfachste Weg. Treue zum Verein und Treue zum Trainer: das macht Dortmund mit Jürgen Klopp und 80.000 Fans pro Spiel vor, das machen die Freiburger vor, die dringend ein neues Stadion brauchen, weil das Dreisamstadion im eher beschaulichen Städtchen am Rand des Schwarzwalds die Fans nicht mehr fassen kann – Berlin und Stuttgart sind, was die Besuchszahlen angeht auch eher Champions – Legue, in verfehlter Vereinspolitik und Trainerrauswurf aber dort, wo sie hingehören. Am Ende.
 
 

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