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Nachhaltigkeit. Mahler meint am 07.11.2018

160203_Mahlermeint_bannerManche Dinge sind so bestechend logisch, dass man keine Argumente dagegen findet. Zum Beispiel, dass man auf Dauer nicht von der Substanz leben kann, sondern vom Ertrag. Was für jede Stiftung nach deutschem Recht unabdingbar ist, ist im Wirtschaftskreislauf noch lange nicht selbstverständlich. Das Stiftungsvermögen bleibt unangetastet. Die Erträge des Vermögens können für die Stiftungszwecke verwendet werden. Wenn wir einmal den verwegenen Gedanken denken, dass die Erde unser Stiftungsvermögen ist, dann lassen sich daraus interessante Schlüsse ziehen. Die Erde hat viel Substanz, und sie reproduziert sich ständig selbst. Wenn alles im Gleichgewicht bleibt, dann ist Bestand garantiert. Wenn man an die Substanz geht, dann verbraucht man, was erhalten werden muss. Theoretisch scheint das klar zu sein: „Heute nicht auf Kosten von Morgen leben!“ ist das Oberthema des parlamentarischen Fachausschusses, der heute im Bundestag eine Sitzung zum Thema „Nachhaltige Finanzen“ abhält. Auch hier muss das Motto sein: Schluss mit der Schuldenpolitik, vom Ertrag des erwirtschafteten Bruttosozialprodukts leben. Wenn man den Nachhaltigkeitsgedanken durchzieht, dann landet man schnell bei der Abkehr von nicht regenerativen Energien und Rohstoffen. Schnell wird deutlich, dass der Gedanke der natürlichen Reproduktion uns den Weg weist. Der Kreislauf muss erhalten bleiben. Die Erde erträgt und ernährt eine bestimmte Anzahl von Menschen. Ressourcen sind in ausreichendem Maß vorhanden. Das Problem ist das „zu viel“. Verbrauch, der an die Substanz geht. Das Problem ist die Gier und das sich nicht bescheiden können mit dem, was jedem Staat, jedem Gemeinwesen und jedem Menschen in einer gerechten Weltwirtschaftsordnung zusteht. Nationale und persönliche Egoismen verhindern eine gesunde und substanzerhaltende Politik. Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne und Töchter von früheren Sklaven und die Söhne und Töchter von früheren Sklavenbesitzern sich am Tisch der Geschwisterlichkeit gemeinsam niedersetzen können. Dieser Traum von Martin Luther King darf nicht sterben. Gerade heute, am Tag der Ergebnisse aus den Midterm-Wahlen in den USA.

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