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My home is my Castle. Mahler meint am 19.11.2018

160203_Mahlermeint_bannerUnsere Gesellschaft fällt auseinander. In Arm und Reich, Ost und West, Alt und Jung, Stadt und Land und Oben und Unten. Und die ehemals großen Volksparteien haben keine Bindekraft, um genau dies zu verhindern. Das beklagten gestern bei Anne Will Friedrich Merz, Kandidat für den CDU Vorsitz und mehr, Manuela Schwesig, SPD Landeschefin, die Grüne Annalena Baerbock und der Tagesspiegel-Journalist Stephan-Andreas Cassdorff. Abgesehen davon, dass der Talk zur Dauerwerbesendung für Friedrich Merz geriet, den Neo-Liberalen reichen Flugzeugbesitzer, wurde ein Thema nicht behandelt. Und das beschäftigt mich am meisten. Rückzug ins Private oder gesellschaftliches Engagement. Ich hatte meine persönliche Talkrunde gestern mit dem Kirchengemeinderat. Da war Andi. 50, erfolgreich in einer Weltfirma, spät geheiratet und Haus gebaut. Da wohnt er jetzt glücklich mit seiner Sandra und hat Angst, dass es das jetzt war. Wo ist das nächste Etappenziel? Und er sprach mir damit aus der Seele. Wenige Monate vor dem Ruhestand habe auch ich Angst vor der Verweigerung. Trautes Heim, Glück allein. Könnte man machen, ich habe ein Leben lang geackert und versucht, Meinung zu prägen, mich einzumischen, alternative Lebensformen auszuprobieren, mich in der Kirche, politisch und gesellschaftlich zu engagieren. Es kann doch nicht sein, dass ich bald in unserem schönen Haus sitze und darauf warte, dass die Enkel zu Besuch kommen! Unsere Gesellschaft fällt auseinander in satte, gleichgültige Ab-Nicker, weil es ihnen zu gut geht und Wutbürger, weil für sie nur die Krümel unter dem Tisch bleiben. Das ist der Sprengstoff. Und darauf haben die großen Volksparteien keine Antworten. Der reiche Blackrock-Besserwessi Merz schon gar nicht.

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