My Home is my Castle.

Ich weiß, das ist ein Luxusproblem derer, die keine existentiellen Sorgen haben. Die stellen derzeit fest, dass ihr Konto langsamer abschmilzt als früher. Dass sie gefühlt seit Ewigkeiten nicht mehr shoppen waren, keine kulturellen Veranstaltungen besucht und keinen Urlaub mehr gebucht haben. Restaurantbesuche fallen ebenso aus wie Kneipenabende. Was also tun mit dem ganzen Geld, das übrig ist? Mir fällt auf, dass viele Menschen jetzt intensiv in ihre Wohnung und ihren Garten investieren – so vorhanden. Wenn schon erzwungener Lockdown, dann machen wir es uns dort so schön und gemütlich, wie es eben geht. Es wird gebaut, ge-kauft, renoviert und möbliert, was das Zeug hält. Und der nachhaltig denkende Mensch kauft sich ein hoch subventioniertes Elektroauto. Und natürlich ein E-Bike.

Im Haushalt hat sich auch vieles verändert: Wer nicht gerade rund um die Uhr mit Home-Office und Kinderbetreuung beschäftigt ist, wird kreativ. Probiert neue Kochrezepte aus. Holt sich tausend Anregungen aus den einschlägigen Fernsehsendungen, was noch alles zu opti-mieren wäre in den eigenen vier Wänden und im Gärtchen. Und dann sitzen wir da in unserem gemütlichen Zuhause und fühlen uns dennoch im goldenen Käfig eingesperrt. Wir gehen uns – manchmal ohne ersichtlichen Grund – auf die Nerven.

Ein Gegenmittel ist Engagement. Gerne auch ehrenamtlich. Frei gewordene Ressourcen an Zeit und Geld investieren, um Menschen, denen es deutlich schlechter geht als uns, unter die Arme zu greifen. Das hilft auch dabei, aus dem Kreisen um die eigenen Sorgen und Probleme auszubrechen. Und genau das setzt neue Energie frei.

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