München-Moskau. Der Seehofer Express

Horst Seehofer provoziert gerne.

 

So kann er offensichtlich bayrische Wähler am besten beeindrucken. Er spielt mal kurz den Steinmeier und besucht Vladimir Putin. Das hat in Bayern Tradition – auch Franz Josef Strauß führte gerne mal ein bilaterales Gespräch mit den Machthabern in Moskau.
Putin zeigt sich selbstverständlich hoch erfreut.

 

Denn das wird eine echte Männerfreundschaft! Beide Monarchen sind Experten für eine gelenkte Demokratie, wie man die abgeschwächte Form der Diktatur auch verharmlosend bezeichnet. Auf ihrer demokratischen Irrfahrt verreißen Horst und Vladimir gerne mal das Steuer nach rechts. Was die beiden Herrscher außerdem verbindet ist die in Bayern lange geübte Praxis der Medienzensur. Man denke nur an die Zwangsabschaltung des preussischen Kabarettisten Dieter Hildebrandt im königlich-bayrischen Staatsrundfunk.
Was König Vladimir auch gefallen dürfte sind die bayrischen Vorschläge zur Grenzsicherung. „Bis zur letzten Patrone“ wollte sich Seehofer schon 2011 gegen „Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme“ wehren. Weil Schießbefehle derzeit aber nicht so gut ankommen, was wiederum in der jüngeren Deutsch-Russischen Geschichte begründet ist, prüft die Unchristlich-unsoziale Union derzeit auch humanere Zugangskontrollen.

 

Im Gespräch sind an den real-politik bildenden bayrischen Stammtischen eine dreiteilige Aufnahmeprüfung in den sogenannten Freistaat: Fünf Maß auf Ex, mit bloßer Hand eine Schweinshaxe abnagen, dann ein bayrisch-Test auf höchstem Pisa Niveau.

 

Und noch den Vereinsvorstand von Bayern München auswendig aufsagen können – mit allen Vorstrafen. Host mi?

München-Moskau. Der Seehofer Express
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