Montagmorgen

Mahler meint am 09.02.2015
 
 
[display_podcast] Es ist die klassische Back-Home-Situation. Nach ein paar Tagen mit Pulverschnee und Sonnenschein ist die Welt so was von blankgeputzt, beim Schwingen auf dem Neuschnee scheinen alle Probleme dieser Erde unter einer dicken Schicht von sauberem Weiß begraben. Pegida, Legida, Griechenland. Ukraine, IS, Waffenlieferungen – das alles ist weit weg. Und dann kommt der Schock am Montagmorgen. Man nennt das „Nachrichtenlage“. Und plötzlich ist alles wieder da. Draußen ist es grau, der Schnee ist weggetaut, das hässliche Gesicht der Welt zeigt sich wieder ungeschminkt und ungepudert. Erster Reflex: den Rückwärtsgang einlegen und zurück in die Alpen. In die Saubere, heile Welt der Berghütten und Käsefondues. Aber es nützt ja nichts. In dieser Saison haben die Russen gefehlt, die sonst das Tal und die Hänge bevölkert haben. Die Ukraine – Kriese dringt vor bis ins hinterste österreichische Tal. Und alles hängt zusammen in unserer globalisierten Welt. Zweiter Reflex: gehen wir es wieder einmal an. Rein in die Woche. Arbeiten, recherchieren, aufklären, weiter machen. Angela Merkel fliegt zwischen Washington und Weißrussland hin und her und bemüht sich redlich, den Konflikt einzudämmen. Und weigert sich standhaft, die Auseinandersetzung mit Waffen weiter anzuheizen. Es gibt Erfolge im Kampf gegen die IS. Mit deutscher Waffenhilfe für die Peschmerga. Mein Gott, ist das alles kompliziert. Ich hoffe auf eine Woche – und da vor allen Dingen auf den Mittwoch, wo der Ukraine Gipfel stattfinden soll – auf eine Woche also, die uns dem Frieden näher bringt als dem Krieg.
 
 

Montagmorgen
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