Mit lautem Peng …

In China wird eine Tennisspielerin nach eigenen Angaben von einem chinesischen Spitzenpolitiker sexuell missbraucht. Danach verschwindet sie erstmal von der Bildfläche. Verlautbarungen über ihren Verbleib und ihr Befinden gibt es zunächst nur über staatliche chinesische Medien. Brisant ist der Fall Peng Shuai, weil im Februar in Peking die olympischen Winterspiele stattfinden sollen.

Fans von Bayern München haben beantragt, dass sich die Bayern von Ihrem Sponsor Quatar Airways trennen sollte. Katar baut derzeit die Stadien für die WM 2022. Mehr als 6.500 Gastarbeiter, vorwiegend junge Männer, sind in Katar beim Bau der Stadien verstorben. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Laut Amnesty international vollstreckte Katar im Jahr 2020 Todesurteile, Frauen und Mädchen werden weiterhin diskriminiert, das Recht auf freie Meinungsäußerung wurde 2020 weiter eingeschränkt. Arbeitsmigrantinnen sind weiterhin schweren Formen von Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt und haben keinen Zugang zu Rechts-mitteln. Der Jahresbericht von Amnesty 2020 liest sich zum Thema Katar wie eine Chronologie des Grauens.

Bayern München schmetterte den Antrag auf Ausstieg aus dem Sponsorenvertrag mit Quatar Airways wegen eines Verfahrensfehlers ab.

Die Politik und die Sportfunktionäre müssen sich endlich dazu bekennen, dass schwere Menschenrechtsverletzungen Konsequenzen haben müssen. Niederknien allein genügt nicht. Die Fans erwarten mehr – keine Geschäfte mit Staaten, die die Menschenrechte schwer missachten. Und auch keine Spiele in Stadien, die mit dem Blut tausender Menschen erbaut wurden.

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