Mit dem Käfer nach Italien. Mahler meint am 9.7.2019

160203_Mahlermeint_bannerMeine Berliner sind schon wieder zurück. Drei Wochen Korfu. Tolle Bilder haben sie uns über WhatsApp geschickt, von der Kneipe von Georgios. Vor 30 Jahren saßen wir als Familie dort und haben frischen Fisch gegessen, von Georgios selbst gefangen. Und jetzt sitzt unser Sohn mit seiner Familie auf denselben Korbstühlen. Als ich Kind war, in den Wirtschaftswunderjahren, ging es mit dem Käfer oder dem Kadett nach Rimini oder Lignano Sabbiadoro auf den Campingplatz. Nix Wohnwagen oder gar Wohnmobil, das Zelt reichte vollkommen zum Urlaubsglück. Ravioli aus der Dose oder mal essen gehen – Spaghetti Carbonara e una Coca Cola. Wir haben den Urlaub noch vor uns. Eine Woche Radln, die Donau hinunter und dann mit dem Wohnwagen am Hybridfahrzeig nach Irland. Das ist Urlaub, der für unser Gewissen noch halbwegs politisch korrekt daherkommt. Flugreise in die DomRep? Geht gar nicht. Kreuzfahrt? Igitt igitt. Neuerdings sollte man ja sogar den Alpentransit meiden. Tirol sperrt die bei den Touristen so beliebten Schleichwege wegen Kollaps. Unser Planet ist fest im Würgegriff der Mobilität. Unsinnige gehört dazu wie Überseeflüge für eine Woche New York. Tragische auch, wie die Flüchtlingsströme von mehr als 70 Millionen Menschen. Wer von uns möchte denn gerne am Mittelmeer in der Sonne brutzeln, wenn gleichzeitig Menschen ertrinken oder auf Rettungsschiffen kollabieren, weil sie nicht an Land gehen dürfen? Der wahnsinnige Güterverkehr gehört natürlich auch dazu, dank Online-Handel und globaler Wirtschaft. Alle, die Freitags für die Klimarettung protestieren, haben ja schon umgedacht und machen Urlaub im Schwarzwald oder an der Ostsee. Oder etwa nicht?

Mit dem Käfer nach Italien. Mahler meint am 9.7.2019
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