Meine Corona-Woche. Heute: Abwarten und Tee trinken.

Sie sind ja völlig übersäuert, sagte die Ärztin meines Vertrauens und gab mir ein paar Päckchen Basen-Tee mit. Das war im Februar. Seitdem beginne ich den Tag im Büro nach Sport und Frühstück mit dem Schreiben des täglichen Kommentars und mit einem Kännchen Tee. Vor mir steht eine kleine Bronze-Figur auf einem Plexiglas-Würfel. Die Figur hat die Arme ausge-streckt und hält das Gleichgewicht. Meine Schwester und mein Schwager haben sie mir beim Eintritt in den Ruhestand geschenkt. Diese Figur und mein Tee helfen mir zu mehr Ausgegli-chenheit und Gelassenheit. Ich bin da einer Meinung mit Dr. Eckhard von Hirschhausen, der empfiehlt, nicht mit den Corona-bedingten Einschränkungen zu hadern. „Man sollte sich sa-gen: ich bin freiwillig zu Hause, weil ich das für sinnvoll halte und damit andere Menschen schütze. Und ich versuche, das Beste daraus zu machen,“ so Hirschhausen. „Es klingt fast bud-dhistisch, aber der beste Trick ist radikale Akzeptanz.“

Das Beste aus der Situation machen heißt also: abwarten und Tee trinken. Je mehr Energie wir damit vertrödeln, uns gegen die Realität aufzulehnen, desto weniger haben wir im Tank, um den Alltag zu bewältigen und so sinnvoll wie möglich zu füllen. Auch Zeiten der erzwungenen Entschleunigung können so zu wertvollen Zeiten werden. Gefüllt mit Nachdenken, Lesen, hö-ren und meditieren. Ausgeglichen zu mir selbst finden und zu meinem inneren Kern. Ich sage Gott dazu, weil ich glaube, dass er durch seinen Geist in mir wohnt. Und auch das Wissen um diesen hoch willkommenen Gast gibt mir Gelassenheit.

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