Mein Bauch gehört mir!

Einen „tragischen Fehler, der das Land um 150 Jahre zurückwirft“ nannte US-Präsident Joe Biden die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, das liberale Abtreibungsrecht zu kippen. Jetzt dürfen die einzelnen Bundesstaaten selbst entscheiden, ob bei ihnen Abtreibun-gen legal durchgeführt werden dürfen oder nicht.

Amtsvorgänger Donald Trump dagegen sprach von einer „Entscheidung Gottes“. Die Beauf-tragte für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, sprach von einem „schrecklichen Schlag gegen die Menschenrechte der Frauen.“

Der Kampf um den Bauch der Frauen und was sich darinnen abspielt, nimmt in der größten Demokratie der Welt immer mehr Züge eines Glaubenskrieges an. Die Folge des Urteils des Supreme Courts wird es sein, dass es nicht mehr oder weniger Abtreibungen geben wird, le-diglich mehr schwerverletzte und tote Frauen und Mädchen, die, wenn sie es sich nicht leisten können in andere Bundesstaaten zu reisen, dubiosen Engelmacherinnen in die Hände fallen oder sich selbst verstümmeln.

„Man kann keine Abtreibungen verbieten. Man kann nur sichere Abtreibungen verbieten“ schreibt die Aktivistin und Bloggerin Kristina Lunz. Und ich füge hinzu, dass es mit einer Lega-lisierung der Abtreibung längst nicht getan ist. Begleitung der Frauen in Not, sich kümmern um Kinder, die dann doch ausgetragen werden und und und… – ein zu wichtiges Thema für einfache Lösungen a la Abtreibungen zum Schutz des ungeborenen Lebens verbieten oder „Mein Bauch gehört mir“ und Schluss auf der anderen Seite.

 

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