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Mehr Fairness bitte! Mahler meint am 4.2.2019

160203_Mahlermeint_bannerDie Darstellung der Kirchen und insbesondere die der Freikirchen in der Medienlandschaft ist in höchsten Maßen unfair. In der Gesellschaft wird die Arbeit der Notfallseelsorge hoch gelobt und von der Bevölkerung geschätzt. Seit Jahr und Tag kämpft der Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche darum, dass im Tatort eine Todesnachricht mit Notfallseelsorgern überbracht wird oder sie schon am Unfallort erscheinen. Vergeblich. Das ist Fiktion, ich weiß, aber diese Realität könnte Fiktion doch abdecken. Man fragt sich, warum sich die Drehbuchautoren so hartnäckig weigern, dies zu tun. Am Samstagabend wurde zur besten Sendezeit der erste Ostfriesen-Krimi ausgestrahlt. In „Ostfriesensünde“ wird wieder mal ein durchgeknallter Sektenführer samt seiner Gemeinschaft gezeigt, die allesamt gaga sind und meinen, dass Frauen, die abgetrieben haben, die Todesstrafe verdienen. Tituliert wird dieser skurrile Verein natürlich mit „Freikirche.“ Evangelische Freikirche“ ist ein geschützter Begriff für Kirchen, die Mitglied in der ACK – der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ sind. Alles andere sind Sekten. In der Stuttgarter Zeitung wird auf Seite 3 fast ganzseitig über den autoritären Führungsstil von Pastor Peter Wenz von der Freikirche „Gospelforum“ berichtet. Diese „Biblische Glaubens-Gemeinde“ verzeichnet den höchsten Gottesdienstbesuch in ganz Deutschland. In der Stuttgarter Zeitung steht ein ellenlanger Verriss. Überschrieben mit „größte Freikirche Deutschlands“. Das Gospelforum ist nicht Mitglied der ACK. Wenn ansonsten von Kirche berichtet wird, geht es häufig um Skandale wie Missbrauch. Der tägliche Einsatz für Menschen in Caritas und Diakonie aber auch innerhalb und außerhalb der Kirchengemeinden durch tausende von Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden findet dagegen kaum einmal in die Schlagzeilen. Schade. Die Journaille scheint immer noch am antiquierten  Slogan „onlybadnewsaregoodnews“ festzuhalten.

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