Seit genau 104 Jahren dürfen Frauen wählen.

Meine Frau bekam heute eine Antwort auf ihre Mail an den Projektleiter unseres Neubaus. Sehr geehrter Herr Bauherr Mahler. Sie wundert sich inzwischen nicht mehr. Es ist gang und gäbe, dass in geschäftlichen Angelegenheiten Männer mit Männern kommunizieren. Und das nach genau 104 Jahren. 19 – 19 – 19 eine Schnapszahl, die man sich gut merken kann. Am 19. Januar 1919 dürfen Frauen im Deutschen Reich erstmals wählen. Ihre Stimme können sie bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung abgeben. Jahrzehnte haben Frauenrechtlerinnen wie Louise Otto und Hedwig Dohm dafür gekämpft. Den Weg für ein Frauenwahlrecht hat schließlich die provisorische Regierung der Sozialdemokraten Friedrich Eberts freigemacht, die im Zuge der Novemberrevolution 1818 gebildet wurde. Seit 30. November 1918 ist das Reichswahlgesetz in Kraft, das Frauen aktives und passives Wahlrecht zugesteht.

Man sollte meinen, dass wir nach über hundert Jahren weiter seien. Aber nach wie vor gibt es Kleingeister, die sich über gegenderte Sprache aufregen und am Stammtisch am lautesten über Macho-zotige Witze lachen. Die Armen. Eigentlich lachen sie ja nur über sich selbst und haben Angst davor, den Kürzeren zu ziehen. Versteht es gerne so, wie es gemeint ist.

Ich bin den tapferen Frauen dankbar, die oft unter Gefahr für Leib und Leben für die Frauen-rechte gekämpft haben.

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