Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Die ehrenamtlichen Helfer haben wochen- und monatelang unter sehr großem persönlichem Einsatz gesammelt.

Unter anderem Rollstühle und Gehhilfen. Für Flüchtlinge – na klar. Aber das Besondere: nicht hier in Deutschland sollen sie mit diesen hilfreichen Gerätschaften versorgt werden sondern dort, wo sie es am nötigsten brauchen: am Anfang der Balkanroute in Bulgarien.

 

Wirklich eine super Idee. Denn wo sonst als auf dem beschwerlichen Weg durch die Balkanstaaten wären Rollstühle und andere Hilfsmittel zur Fortbewegung hilfreicher als eben dort. Also packen die Helfer einen LKW und ein Begleitfahrzeug voll und machen sich auf den Weg von Köln nach Bulgarien. Nach über 40 Stunden Fahrt erreichen sie die serbische Grenze. Es gibt Probleme.

Es ist nicht ganz klar, ob die Güter auf dem LKW die Grenze passieren dürfen. Leichte Verzweiflung macht sich bei den Helferinnen breit. Endlich die erlösende Botschaft: der LKW ist durch.

Als ich diese Geschichte heute Morgen im Morgenmagazin erzählt bekam, war meine erste Reaktion Empörung: wie können die serbischen Behörden nur! Meine zweite Reaktion: Mitleid mit den Helferinnen. Und dann die dritte: sie hätten sich auch schlau machen können. Bei den Profis. Oder gar mit ihnen zusammenarbeiten.

Im Zeitalter des Internets ist das keine hohe Hürde mehr. Merke: das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Helfen ja – aber es spricht nichts dagegen, sich erst mal schlau zu machen. Wie sagte die Fahrerin des Begleitfahrzeugs zum Ende des Beitrags: „Das Glück ist mit die Doofen“. Diesmal war es so. Aber es stimmt leider nicht immer.

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