Lockdown für Kids.

Wir leben in Stuttgart. Unser Enkel kommt einmal die Woche zu uns. Mit seinem Roller und der S-Bahn. Das war auch immer problemlos möglich. Er musste lediglich seinen Schülerausweis dabei haben zum Beweis, dass er regelmäßig getestet wird. Aber jetzt in den Weihnachtsferien ist damit Schluss. Er muss entweder geimpft sein oder einen aktuellen zertifizierten Schnelltest dabeihaben, wenn er die Bahn nimmt. Unser Enkel – 12 Jahre alt – ist nicht geimpft. Zu groß ist noch die Verunsicherung, zu wenig ist es erforscht, ob das wirklich Sinn ergibt bei den Kleinen. Und – obwohl die Politik das nicht gerne in den Mund nimmt – diese Maßnahme kommt in den Ferien einem Lockdown gleich. Die Bahnen und Plätze sind leer, Museen, Zoos und was sonst noch Spaß macht in den Ferien sind deutlich weniger besucht. Wieder einmal tobt sich die Politik an den Familien aus. Die Stiko gibt keine Empfehlung für das Impfen von gesunden Kindern. Und wieder einmal trifft es die Ärmeren: wer kein Auto hat, ist in diesen Ferien aufgeschmissen. Im zweiten Corona-Winter die enge Wohnung ohne Garten.

Warum nicht die Kinder an den Impfstatus der Eltern koppeln? Und: warum ist das nicht in den Bundesländern einheitlich geregelt? Fakt ist: Die Familien fühlen sich wieder einmal wie in einem schlechten Film. Kein Wunder, dass sie sich nicht alles gefallen lassen und protestieren. Wenn auch – und das ist das tragische – oft in schlechter Gesellschaft.

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