Lizenz zur Vergebung

Mahler meint am 01.09.15.
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Wer jemals am Sterbebett eines Menschen gewesen ist, der weiß, wie wichtig die Absolution ist. Sie kann einem Menschen tiefen Frieden geben und die Gewissheit, dass die Schuld, die er in diesem Leben auf sich geladen hat, vergeben ist.
Nun hat die Lizenz zur Sündenvergebung eindeutig Gott. Aber sein Sohn Jesus Christus hat sie delegiert, an den Jünger Petrus, der fortan sein Stellvertreter auf Erden sein sollte. „Was ihr auf Erden löst, das soll im Himmel gelöst sein, was ihr auf Erden bindet, das soll im Himmel gebunden sein“.
Die römisch-katholische Kirche hat aus dem vermeintlichen Monopol der Sündenvergebung ein hierarchisches System gemacht. Minderschwere Sünden wie kleine Diebstähle können ohne Beichte vergeben werden. Wird’s gröber muss der Beichtstuhl her und bei den sogenannten schweren Sünden wie Mord reicht auch der einfache Klerus nicht mehr aus, da muss schon mit einem Bischof Rücksprache gehalten werden. Unter eine schwere Sünde wird auch die Abtreibung gezählt.
Jetzt hat Papst Franziskus zu einer wahrhaft revolutionären Geste ausgeholt: Abtreibung soll mit der Ausrufung des Heiligen Jahres auch von einfachen Priestern vergeben werden dürfen. Ohne Rücksprache. Kleine mühsame Schritte hin zur Reformation der katholischen Kirche. Und Franziskus stolpert auch manchmal. So sagte er auf den Philippinen, ein guter Katholik müsse sich nicht wie die Karnickel vermehren. Auf der Generalaudienz im Februar verstieg sich das 78jährige Kirchenoberhaupt zu der Aussage Kinder schlagen sei in Ordnung, so lange man dabei ihre Würde wahrt. Offensichtlich ist auch dieser Papst nicht unfehlbar.
 
 

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