Ärgern vermiest uns das Leben. Mahler meint am 28.8.2017

Die Idee hat mein Kollege Pastor Christian Rommert aus den USA importiert. Er trägt eines dieser farbigen Silikon-Armbänder, die gerade so hip sind. Mal rechts, mal links. Dass er die Handgelenke wechselt ergibt Sinn. 21 Tage ohne Nörgeln, Schimpfen oder Jammern zu schaffen ist das Ziel. Jedes mal, wenn er sich beim Nörgeln, Schimpfen oder Jammern erwischt, wechselt er das Band von einem Arm auf den Anderen.
Gründe gibt’s ja genug. Es fängt beim Aufstehen an: Schlechtes Wetter, schlechte Laune, mieser Tagesanfang. Die Zeitung ist nicht rechtzeitig im Briefkasten. Die Butter ist zu hart für den Toast. Die S-Bahn ist zu spät, ich habs wieder nicht geschafft, eine früher zu nehmen. In der Zeitung stehen nur Horrormeldungen und in der Bahn beschallt ein Jugendlicher mit überlautem Kopfhörer den ganzen Wagen.
Ich brauche gar nicht weiter zu machen – Sie haben ja ihren eigenen Alltag. Machen auch viel zu wenig Sport, haben keine perfekte Partnerin, der Kollege im Job ist ein Vollpfosten und auch ihr Computer stürzt gelegentlich ab.
Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.
 
„Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt“ das ist der Rat, den Paul Gerhard uns schon im 17. Jahrhundert gegeben hat. Und wenn ich mich wieder dabei ertappe, dass ich nörgle, schimpfe oder jammre, dann wechsle ich das Bändchen am Handgelenk.
 
 

Ärgern vermiest uns das Leben. Mahler meint am 28.8.2017
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