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Anne Will hat die Diskussionen um die Gendersprache angeheizt. Am 24. Mai begrüßte sie in ihrer Sendung Reiner Holznagel als Präsident des Bundes der Steuerzahler – Pause – innen. Frauen zahlten schließlich auch Steuern, sagte sie dem irritierten Holznagel. Anne Will gendert schon lange und recht konsequent.

Die Mehrheit der Deutschen hingegen lehnt die sogenannte „Gendersprache“ ab. Das hat eine Umfrage von Infratest-Dimap ergeben. 56 Prozent der Bevölkerung hält nichts von Binnen-I, Gendersternchen oder einen Unterstrich in journalistischen und literarischen Texten. 16 Pro-zent würden das Gendern „voll und ganz“ unterstützen. 19 Prozent befürworten es „eher“. Hielten 61 Prozent der Männer nichts von der Verweiblichung bestimmter Worte, so läge der Wert bei den Frauen bei 52 Prozent.

„Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo sagte der „Welt am Sonntag“, dass sich keine Leser darüber beschwert hätten, „dass wir nicht gendern.“ Eher werde beklagt, wenn Gastautoren auf dem Gendersternchen bestünden. Dies sei umso interessanter, als die „Zeit“ einen über-durchschnittlich hohen Anteil an Leserinnen hätte, habe di Lorenzo gesagt. Seine Wochenzei-tung benutze meist demonstrativ sowohl die weibliche als auch die männliche Form.

Die Schriftstellerin Monika Maron hatte 2019 eine Online-Petition gegen den „Gender-Unfug“ initiiert, die laut „Welt am Sonntag“ bisher 75.000 Unterzeichner gefunden hat. Ich meine, dass die Zeit das rechte Maß gefunden hat. Obwohl sich meine Frau, Krankenschwester, dar-über ärgert, wenn von Krankenpflegern gesprochen wird. Die Männer sind im Personal deut-lich unterrepräsentiert. Aber lieber eine Abwechslung der beiden Formen, als eine krampfhaft politisch-korrekte Gendersprache, die jede Rede und jeden Text kaputtmacht.

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