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Leib und Blut Christi to go. Mahler meint am 3.9.2018

160203_Mahlermeint_bannerAusgerechnet das Gospelforum. Die charismatische Freikirche in Stuttgart zeigt schon in der Namensgebung ihren Zick-Zack-Kurs zwischen Tradition und Moderne. Forum ist die lateinische Bezeichnung für Versammlung, Gospel ist die gute Nachricht von Gott in der amerikanischen Tradition.
 
Nun zeichnet es die Mega-Church um Pastor Peter Wenz aus, dass sie an Heilung glaubt. Wer krank wird, hat ein geistliches Problem. Er glaubt falsch bzw. nicht intensiv genug.
 
In der 8.000 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde, die mit mehreren Tausend Gottesdienstbesuchern Spitzenreiter in Deutschland ist wurde das Abendmahl bisher in den 600 Kleingruppen gefeiert – aus logistischen und hygienischen Gründen. Aber die Eucharistie gehört nun mal in die Hauptgottesdienste – die in der Tradition einmal Messe hießen. Die Lösung heißt Nespresso bzw. Starbucks. Leib und Blut Christi wird hygienisch in Plastikbecherchen verpackt und statt Händedruck dem erstaunten Gottesdienstbesucher in die Hand gedrückt. Wenn der Plastikmüll dann aufgefieselt ist, Oblate rein und nicht lang snacken, Kopp in Nacken, wie der Norddeutsche sagt.
 
Ich bin selbst evangelisch-freikirchlicher Pastor. Mich graust es vor dem Gedanken, Abendmahl in Kapseln zu verteilen. Auch ich weiß um die Ansteckungsgefahr, die vom großen Gemeinschaftskelch ausgeht. Ich feiere mit meiner Gemeinde die Eucharistie mit großem Gemeinschaftskelch und umweltfreundlichen, weil wiederverwendbaren Einzelkelchen. Ja, und auch mit Traubensaft, um trockene Alkoholiker nicht auszuschließen. Aber Leib und Blut Christi to go – nein Danke. Wer hat’s erfunden? Klar, die Mega-Wegwerfgesellschaft der USA. Man muss doch wirklich nicht jeden Mist nachmachen.
 
 
 
 

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