Langweilig. Das Wort des Jahres.

Ich habe mich immer auf das Wort des Jahres gefreut. Denn es gab gewöhnlich was zum Nachdenken – einfach etwas Überraschendes. Aber jetzt: Corona-Pandemie. Und die Hitparade von 10 auf eins: auch nicht besser. 10 Bleiben Sie gesund! 9 Gender-ternchen. 8 Geisterspiele 7 Triage 6 systemrelevant 5 AHA 4 Black Lives Matter 3 Ver-schwörungserzählung 2 Lockdown und 1 Gäääähn Corona Pandemie.

Mit Black Lives Matter und Gendersternchen schafften es gerade mal 2 nicht-Corona Begriffe auf die Liste. Was auffällt: Deutsch – englisch und denglisch. Das ruft natürlich die Spötter auf den Plan. Sinnlose Verenglischisierung ist zum Beispiel, wenn man für alten Scheiß verkaufen das Wort Sale verwendet. Oder für neuen Scheiß Verkaufen Black Friday. Zurück zu Corona: Lock down, Shut down, Home-Office, Home-Schooling und am allerbesten: Impfstoff heißt ab sofort Vaccine. Wie wär‘s es denn damit: Der Einsatz von Vaccine ist ein Game Changer. Aber bis es so weit ist müsste man schon den Traffic runterfahren.

Und trotz so vieler verlockender Angebote kommt beim Wort des Jahres nur Corona-Pandemie raus? Also ich weiß nicht. Mein Wort des Jahres war ja immer „auf Sicht fahren.“ Das tue ich nicht erst seit Corona. Sondern schon immer seit es Nebel gibt. Oder Nebelkerzen. Was bleibt einem bei diesem Wahnsinn, den manche Politik nen-nen, auch übrig? Also ich fahre weiter auf Sicht. Ob Corona oder nicht. Das heißt auf deutsch und für den Journalisten: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? Jogi Löw bleibt Bundestrainer. Trotz 0:6 gegen Spanien. Basta. Ole.

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