Konsumrausch.

Jetzt geht das große Ladensterben los. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, das die-ses Jahr wohl weitgehend ausfällt. Der größte Umsatzbringer des Jahres fällt Corona zum Opfer. In unmittelbarer Nähe macht ein großer Media-Markt dicht. Karstadt-Sport hat Filial-Ausverkauf. Und das sind nur die Großen. Klar, die Zeit, neue Konzepte zu entwickeln fiel dem Schock zum Opfer. Aber auch vor Corona ging es vielen Einzel-händlern schon schlecht. Der Online-Handel und die großen Ketten hatte viele schon an den Existenzrand gebracht. Und jetzt noch die Aufforderung, zu Hause zu bleiben. Ausgerechnet in den Wochen vor Weihnachten. Weihnachten findet online statt und in den Innenstädten gehen die Lichter aus.

Ich weigere mich einfach, das alles Corona in die Schuhe zu schieben. Lange vor Corona gab es genügend Mahner, die uns klargemacht haben, dass die Grenzen des Wachstums längst überschritten sind. Unser Konsumverhalten kann der Planet nicht mehr tragen. Ob das Klamotten und Schuhe sind, Autos, immer mehr Elektro-Artikel, immer weiter die Wegschmeiß-Mentalität – wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, ha-ben wir den Planeten längst zu Grunde gerichtet. Dafür braucht‘s weder Corona noch die Klimakatastrophe. Und dennoch schreien Industrie und Handel weiter nach Pfläs-terchen, um das Ende der eigenen Existenz noch ein wenig hinauszuzögern.

Vielleicht leitet dieses vom Konsum- und Luxusgedanken so jämmerlich daherkom-mende Weihnachtsfest ja doch eine Wende ein. Am Anfang war kein Lametta. Am Anfang war Heu und Stroh und ein zugiger Stall. Weihnachtszeit – kein großes Fress- und Saufgelage, sondern im heilenden Sinne nachdenklich. Es geht nicht um ein paar Feiertage. Es geht längst ums Ganze.

Konsumrausch.
Konsumrausch. bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
5,00 von 5 Punkten, basierend auf 1 abgegebenen Stimmen.
Loading...